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Schloss Tambach

Je weiter wir uns von der A3 entfernen, desto schöner wird die Landschaft. Hier in der Gegend von Coburg haben wir – wenn überhaupt – äußerst selten gespielt. Suhl in Thüringen war Station auf der Amerika-Tour, schlecht promotet mit Zuschauer-Minusrekord. Von daher nicht verwunderlich, dass uns hier lange nichts mehr hingezogen hat. Im Rahmen des HUK-Coburg-Open-Air-Sommers soll das hier auf dem Schlosshof anders werden. Großartige Kulisse und wie es aussieht, ist das hier eine eingeführte Institution.
Nach dem sensationellen Festivalprogramm von Winterbach ist dieser Stilmix von Lords und Troggs über Haindling und BAP bis zur italienischen Nacht zwar leicht gewöhnungsbedürftig, aber wenn das hier in der Gegend so funktioniert, soll es uns recht sein.
An einen Soundcheck in Anwesenheit von Hirschen, Wildschweinen und Wisenten kann ich mich jedenfalls nicht erinnern. Man ist sich einig: Der Adel wusste schon, wo man es sich nett machen kann.

Sehr erfreulich, dass uns heute auch der Wettergott nicht im Stich lässt, zum Spielen die optimale Temperatur, auch wenn es für’s Publikum vielleicht ein wenig zu kühl war. Hauptsache, kein Regen. Fangen auf Wunsch des Veranstalters erst um 20:30 Uhr an und spielen einen problemlosen und guten Gig mit dem fast gleichen Programm wie gestern, nur an einer Stelle habe ich die Reihenfolge aus Gründen der Gitarrenwechslerei geändert.

Für mich heute der bewegendste Song des Abends: „Deshalv spill mer he“, denn ich habe das Gefühl, dass anbetracht der bayerisch-thüringischen Landesgrenze jede Menge Leute da sind, die damals unser DDR-Debakel von der anderen Seite der Mauer miterlebt haben. Dementsprechend fällt die Publikumsreaktion auf den Song aus. Fange an, mich ernsthaft zu fragen, ob das nicht ein Fehler war, ihn dermaßen diskret für ein Vierteljahrhundert einzumotten, was man uns ja auch so auslegen könnte, dass wir uns für ihn schämen und das ist ja nun definitiv nicht der Fall. Im Gegenteil.

Aus Rhanis Stippvisite wurde leider nichts, unser Routing war so rum einfach ungünstig. Schade.

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