Niedeckens BAP - Startseite

Salzburg, Rockhouse

Nach Olivers Abfahrt am vergangenen Mittwoch noch ein paar Einheiten Papierkrieg, mit Mattes zwei finale T-Shirt-Entscheidungen für Bonn gefällt (u.a. wird es ein „Wiever, die dä Düüvel selver scheck“-Shirt geben), ein wenig Pressearbeit in Sachen Österreich/Schweiz und schon ist die Woche vorbei. Samstag Großkampftag, Isis wird „Sweet Little Sixteen“ und Sonntagmittag per Flieger nach München, wo Didi mich einsammelt, um weiter nach Innsbruck zu fahren. Abends hier ein Presseinterview und am Montagmorgen eine Radioaufzeichnung beim ORF, die in drei Teilen vor unserem Wörgl-Konzert ausgestrahlt wird. Joachim Hentschel vom „Rolling Stone“ hatte mich gefragt, ob ich Lust und Zeit hätte, für die Rubrik „My Typewriter“ in der Juni-Ausgabe einen Kommentar zu Thema „Missbrauch“ zu schreiben. Didi schickt eine endgültige Fassung am Montagmittag aus Salzburg ab. Band und Crew sind inzwischen hier im Rockhouse angekommen, es ist aufgebaut und wir können sogar früher als erhofft mit Soundcheck und Probe anfangen. Das neue Arrangement für „Domohls“ ist schnell gefunden, macht richtig Spaß. Nach dem Abendessen gestalten wir uns einen freien Abend, ein guter Plan, denn die Tour dürfte noch ziemlich anstrengend werden. Tolle Voraussetzungen hier in diesem, Gott sei Dank von Überzeugungstätern betriebenen Laden. Besser hätten wir es nicht antreffen können. Dienstagnachmittag dann ein kompletter Durchlauf, alle sind entzückt, nach langer Zeit mal wieder ohne In Ear Monitoring zu spielen. Wie bereits im vergangenen Jahr beim Warm Up-Gig in Osnabrück bemerkt spielen alle dynamischer, aufmerksamer. Schade, dass sowas auf größeren Bühnen nur mit deutlich mehr Aufwand zu machen ist.
Heute morgen dann nach dem Frühstück in einer Art Betriebsausflug zu Fuß (!!) auf die Festung Hohensalzburg. Im Rahmen der Körperertüchtigung verzichten wir auf die Benutzung der Zahnradbahn, schließlich kommt uns heute der Hellmän besuchen, ohne dessen Jack Wolfskin-Tour Support diese Tour nicht machbar wäre. Da kann so ein kleiner Achttausender nicht schaden. Schließlich sind wir ja draussen zuhause. Eine höchst erfreuliche Veranstaltung, die schon lange auf der To do-Liste stand. Als wir vor sechzehn Jahren hier gespielt haben, war ich zeitlich nicht dazu gekommen.
Um 17.00 Uhr treffen wir uns im Rockhouse, spielen nochmal drei Songs durch („Domohls“, „Hungry Heart“ und „Songs sinn Dräume“), ein weiteres wunderbares Hausmannskost-Abendessen und schon stehen wir auf der Bühne. Freunde aus Berlin, Mario und Ollie, die mit ihren Motorrädern nach Slowenien unterwegs sind, machen in Salzburg Zwischenstation, ein paar Die-Hard-Fans sind auch angereist, somit spielen wir wenigstens in diesem ausverkauften Club vor einer Handvoll vertrauter Gesichter. Die Show verfliegt wie im Zeitraffer, alles funktioniert wie erhofft, ein ebenso lockerer wie disziplinierter Gig. Noch eine winzige Umstellung in der Setliste, dann ist die (ohne Gäste-) Ideallinie gefunden.
Nach der Show noch mit unserem Besuch und der Crew auf eine kleine Aftershow-Huldigung in die Hotelbar, wo ich mich aber rechtzeitig vom Acker mache, damit es in den kommenden zwei Wochen zu keinerlei Konditionsmängeln meinerseits kommt. Fast schade, hier morgen abreisen zu müssen.

zum Logbuch