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Köln – Bonn

Natürlich hat sich in meiner Abwesenheit einiges angesammelt, aber vor allem ist noch reichlich auf die Bahn zu bringen, bevor ich am 12.August für eine Woche nach Nord-Uganda und in den Ostkongo fliege.
Die beiden offiziellen Termine dieser Woche waren zunächst am Freitag ein Kurzauftritt mit Anne auf der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung organisierten Veranstaltung „Engagement fairbindet“ im Park des ehemaligen Kanzlergartens in Bonn. Treffe viele Bekannte aus dem Kreis der Afrikalobby, und es ergeben sich sogar noch ein paar Connections, die übernächste Woche im Ostkongo von Nutzen sein dürften.
Tags zuvor in der Mülheimer Stadthalle Probe mit den Bläck Fööss für ihre drei Jubiläumskonzerte am Wochenende vorm Dom. Die „We will rock you“-Version von „Pänz“, die wir mit BAP anlässlich des 89er Mauerfall-Konzerts in der Berliner Deutschlandhalle entwickelt hatten, und unsere unplugged Version von „Für `ne Moment“ stehen auf der Agenda. Samstagabend dann das erste der drei Konzerte, live übertragen vom WDR-Fernsehen bei traumhaftem Wetter. Der Sommer ist doch noch mal zurückgekommen, und wir verleben einen wunderbaren Abend mit einer Institution von Band, die es so tatsächlich wohl nur in Köln geben kann. Die Mutter aller kölsch singenden Bands hat ein Programm aus ihrem 40-jährigen Repertoire zusammengestellt, das zu einer Zeitreise durch diese vier Jahrzehnte einlädt. So manche Erinnerung kommt da wohl nicht nur bei mir hoch, mal ganz abgesehen von all den gemeinsamen Auftritten bei unsere jeweiligen Bandjubiläen. Zum allerersten Mal vorm Dom bin ich beispielsweise 1990 beim zwanzigsten Jubiläum der Fööss aufgetreten. Von damals besitze ich noch ein Foto mit Willy Millowitsch und der Kölner Boxerlegende Peter Müller („Müllers Aap“) und eins mit meinen damals vier- und sechsjährigen Söhnen im Backstage-Bereich. Sehr schön am Abend des Fernsehkonzertes der Aufmarsch der verschiedenen Stadtsoldaten (Ruude Funke, blaue Funke, Prinzengarde, etc.) als Security vor der Bühne. Eine wunderbare kölsche Lösung, denn wie weiland die muskulösen Jungs vom „Sportstudio Süd“ beim Arsch huh-Konzert „muss jo einer dofür sorje, dat nix passiert, wenn die Junge dat het maache…“ (Originalzitat aus dem November 1992). Außer mir sind noch weitere Gäste dabei, als da wären Jürgen Becker, Stefan Raab, die Wise Guys und – besonders skuril – Graham Bonney, dessen Backing Group die Fööss (damals noch „The Stowaways“) in den Sechzigern waren. Wie ich dazulerne, hat dieser Mann die Jungs dazu gebracht, auf kölsch zu singen. „Gottseidank“ kann ich da nur sagen, denn wer weiß, ob wir ohne die Bläck Fööss mit BAP jemals angefangen hätten. Der bewegendste Moment des Abends ist das Lied „Stammbaum“, das gemeinsam mit dem Jugendchor St. Stephan dargeboten wird. Ein Song über den multikulturellen Schmelztiegel Köln an einem Abend, an dem in sämtlichen BILD-Kästen des Landes noch die populistische Schlagzeile „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ dem Demagogen Sarrazin zur Seite springt, behauptend, BILD würde für die Meinungsfreiheit kämpfen. Wenn wir das unbedingt zu diskutierende Problem der Integration dieser Mischpoke überlassen, sehe ich schwarz.

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