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Heidenheim, Brenzpark-Open-Air

Gestern genau genommen nur Autobahn und Abendessen. Bis auf Micha, Anne und einige Crewmitglieder macht sich keiner von der Band auf den Weg zum Festivalgelände, wo Silbermond als Headliner des Samstag-Abends auftritt. Hätte mir die Kollegen zwar ganz gerne angeschaut, aber dem örtlichen Veranstalter nach macht das Management von Silbermond im Backstage-Bereich auf megadicke Hose. Da kämen wir nicht rein, wir könnten uns die Show gerne anschauen, aber Backstage wär nicht. Geile Idee, wahlweise zwischen drängelnden Teenies oder weiter hinten bei den Eltern, dann zum Autogrammstündchen. Ziehe es vor, mir Hotelzimmer was vom Confed-Cup reinzutun und nahtlos in den vorsorglichen Schönheitsschlaf zu verfallen. So was habe ich jedenfalls noch nie erlebt.

Sonntag Nachmittag dann schon um 14 Uhr mit Didi zum Gelände, wo die örtlichen Crewleute höchst erleichtert darüber sind, dass unsere Mannschaft so entspannt ist, denn hier steht alles noch unter Silbermond-Zickenalarm-Schock. Beim Soundcheck um 16:30 Uhr arbeiten wir an einer Hybrid-Version von „Wat usser Rock’n’Roll“, das heute mal letzte Nummer sein soll. Irgendwann muss man ja schließlich damit anfangen, all die Songs, die dahin passen, auch mal zu wagen. „Für immer jung“ haben wir ja nun wirklich schon oft genug gebracht. Erfreulicherweise hält sich das Wetter die ersten zwei Stunden der Show, die letzte findet dann leider im strömenden Regen statt. Etwas problematisch für unsere Elektrik, denn der Regen peitscht diagonal in die Bühne und da vorne steht so einiges, was Kurzschluss erleiden könnte. Unsere Backliner haben alle Hände voll zu tun, nichtsdestotrotz spielen wir ein Live-Album-würdiges Konzert. „Alexandra“ an der Position von „Schöne Jrooß“ macht endlich wieder Spaß und „Wat usser Rock’n’Roll“ eignet sich hervorragend als Rausschmeißer eines Programms, das von Reisen und Träumen handelt. Schließlich dauert die in dem Song beschriebene Reise jetzt schon länger als drei Jahrzehnte.
„Deshalv spill mer her“ widme ich den mutigen Demonstranten in Teheran. Unglaublich, was dieser Song schon alles überlebt hat, von den Leipziger Montagsdemonstrationen über den „himmlischen Frieden“ vom Tianmenplatz bis zu den momentanen Demonstrationen anlässlich dieser Wahlfälschungen im Iran.

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