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Berlin – Schloss Bellevue

Da unser Soundcheck ursprünglich für Donnerstag Abend angesetzt war, reisen wir schon am Vortag des „Sommerfest des Bundespräsidenten“ in Berlin an. Unterwegs schön ein paar Eagles-CDs gehört, die den Vorteil haben, dass man bei den weichgespülten Kastraten-Songs, die der Bassist Timothy B. Smith singt, weiter zappen kann bis Don Henley oder Glen Frey wieder an der Reihe sind. Danach anlässlich seines Rolling Stones/ Song by Song-Buches („Confessin the Blues“), das der Autor Ernst Hofacker mir geschickt hat, noch mal durch „Shine a light“ und schon sind wir in Berlin. Noch schnell zu Dussmann, die beiden Live-Alben von Leonard Cohen und Calpton/Winwood gekauft und dann mit Didi und unserem Berliner-Olli zum Abendessen in die „Ständige Vertretung“.

Heute morgen um 11 Uhr dann tatsächlich per shuttle ins Schloss Bellevue zum Soundcheck und danach wieder zurück in’s Hotel, wo inzwischen meine Damen angereist, aber bereits in die Stadt ausgeschwirrt sind. 18 Uhr dann Vorempfang beim Bundespräsidenten, der mich entgegen sämtlichen Gepflogenheiten des Protokolls erst mal umarmen will, dann aber doch „nur“ per angedeuteten Schulterboxhieb begrüßt. Demnächst steht wieder was in Afrika an, teilt er mir mit, ohne allerdings zu verraten wo und wann. Muss nächste Woche unbedingt mit seinen Leuten telefonieren, damit es da zu keinen Terminkollisionen kommt.
Bis zu unserem knapp einstündigem Kurzauftritt auf fremder Backline streunen wir entspannt durch diesen, nur für die heutige Gelegenheit öffentlich zugänglichen Schlosspark, trinken und essen hier und da was, treffen u.a. Alfred Biolek, Fritz Pleitgen und Didi Hallervorden, der in Berlin ein altes Theater reaktiviert hat, in dem ich wohl irgendwann noch mal mit Anne und Rhani so was wie letztens beim TAZ-Jubiläum auf die Bühne bringen werde.

22:15 Uhr dann Showtime. „Wir rocken das Haus“ muss ab jetzt neue definiert werden, schließlich handelt es sich bei diesem Haus um das Schloss Bellevue und das rockt man halt nicht alle Tage. Alles klappt wie erhofft, wir spielen ohne In-Ear-Monitor schön dynamisch, die ausgewählten Songs passen, das Bundespräsidentenpaar in der ersten Reihe ist sichtlich erfreut, uns zu Gast zu haben und rockt ordentlich mit ab. Auch das hat man nicht alle Tage und tröstet mich darüber hinweg, dass ich heute Neil Young in Köln verpasse. Habe Robin und Severin ermahnt, sich nur ja alles exakt zu merken und mir nächste Woche so detailliert wie möglich zu berichten.

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