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Fulda – Schlosshof

Bei Rekordtemperaturen um die 37 Grad kommen wir hier in Fulda an. Erstmal auf eine eiskalte Mammut-Apfelschorle, Chips und Guacamole auf die „Viva Havanna“-Terrasse gegenüber des Schlosses, auf dessen Hof wir beim vorigen Mal – wie ich mich zu erinnern glaube – drei Stunden im strömenden Regen gespielt haben. Diesmal also der Gegenentwurf. Soundcheck unter Sonnenbrand-Bedingungen.

Man versucht, hinter die gestrige Pleiten, Pech- und Pannenserie zu kommen und vieles erklärt sich dann tatsächlich durch den Domino-Effekt. Fällt ein Stein, so bringt er auch den nächsten zum fallen usw. Auslöser war gestern Helmuts von der Sonne überhitztes Mikrophon, das sich normalerweise durch eine Lichtschranken-Funktion von selbst einschaltet, wenn der Sänger unmittelbar davor steht (Sinn der Übung ist es, dass nicht noch einmal alles, was aus den jeweiligen Gitarrenverstärkern kommt, auch noch einmal über die Gesangsmikrophone verstärkt wird). Eben diese Funktion war durcheinander geraten. Er sang also den B-Teil von „Wat e Booch“, ohne dass irgendjemand – er selbst inclusive – etwas davon hörte, was ihn wiederum verunsicherte, ob er überhaupt in der richtigen Tonart singe, worüber er vergas, was er da eigentlich auf der Gitarre zu spielen hatte. Prompt fing er dann den folgenden Song „Tanger“ mit dem Auftakt-Klick von UKB an, so dass wir abbrechen mussten, was aber nun wirklich kein Weltuntergang gewesen wäre, wenn er sich ab da besser im Griff gehabt hätte, aber so kippten die Dominosteine halt immer weiter, einer nach dem anderen. Schwamm drüber, man hat drüber geredet, sich entschuldigt, wird nie wieder passieren. Eine Wunder, das die fliegenden Gitarren nur minimale Macken abgekriegt haben, vor allem was die Les Paul betrifft, denn die Dinger sind wirklich extrem empfindlich.
Meine ist mal in Shanghai von einem rückwärts gehenden Kameramann vor 18.000 Zuschauern umgeworfen worden und sofort an der Sollbruchstelle am Hals eingeknickt. Zu Helmuts Entlastung muss übrigens noch erwähnt werden, dass einige Probleme, was seinen Gitarrensender betrifft, heute während der Show erneut auftreten, so dass ihm Carsten die Gitarren relativ zügig nur noch verkabelt überreicht.

Allgemeine Erleichterung darüber, dass wir heute wieder in der Spur sind und einen würdigen Gig abliefern, auch wenn es ein bisschen sehr heiß war. „Schluss, Aus, Okay“ scheint die Lösung zu sein, klappt hervorragend.

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