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Bad Hersfeld / Mainz

Freitag 8. Mai bis Sonntag, 10.Mai

Fahren schon einen Tag vor der Show nach Bad Hersfeld, weil es ja schließlich einiges aufzuwärmen, bzw. einzuproben gibt. Bis auf Rhani, der erst im Laufe der Nacht aus Österreich anreisen wird, wo er noch einen Gig hat, sind alle gegen 17 Uhr probenbereit. Hierzu hat man uns netterweise die Stadthalle zur Verfügung gestellt. Im Schnellverfahren bis 23 Uhr einmal ohne großartige Probleme durch die angedachte Setliste, scheint alles zu funktionieren. Bin mit meinen Mädels angereist, schließlich hatten wir ja gemeinsam im vergangenen Sommer in Alfred Bioleks Haus auf Tinos den Regisseur Thorsten Fischer und den Ausstatter Herbert Schäfer kennen gelernt, die BAP dann zum hiesigen Theaterfestival eingeladen hatten. Samstag Vormittag also Stadtbummel in Damenbegleitung mit ausführlich Handy-Fotos und Autogramm-Kür. Die Stadt scheint sich riesig auf uns zu freuen, zu schade, dass wir vom Veranstalter in Fulda keine Erlaubnis für ein Zusatz-Konzert bekommen haben, denn das heutige war innerhalb einer Stunde ausverkauft. Aber so ist das nun mal mit der sogenannten Gebietsschutzklausel im Konzertwesen.

Nachmittags vor Ort dann in der unfassbaren Stiftsruine die Probe mit dem inzwischen ausgeschlafenen Rhani. Auch diese funktioniert prächtig. Tolle location, großartige Akustik. Es macht riesig Spaß, einmal wieder ohne In-Ear-Monitor zu spielen. Manchmal habe ich den Eindruck, diese Technik verführe zu oft zu musikalischem Autismus. Haben jedenfalls die Gelegenheit, durch dynamisches Spielen mehr aufeinander einzugehen, als das in der normalen Tour-Routine der Fall sein kann. Das Wetter hält sich im trockenen Bereich, bis wir in einer Art Halbzeitpause, in der das Festspiel-Ensemble vorgestellt wird, mal für eine Viertelstunde die Bühne verlassen. Bemerke erst jetzt, dass es hinter uns wie aus Eimern gießt, denn wir und das Publikum befinden uns unter einer riesigen Zeltplane.

Auch die zweite Hälfte des Programms verläuft auf Ideal-Linie. Das einzige, was ich nachhinein berücksichtigen würde, ist die Zusammensetzung des Publikums. Bemerke nämlich auf Anhieb, dass es maximal zu vierzig Prozent aus BAP-Fans besteht, der Rest ist Theaterpublikum, was natürlich erforderlich macht, dass ich mehr moderiere als geplant und somit das Programm um einiges zu lang gerät. Egal, denke, das nimmt uns keiner krumm, im Gegenteil, die Leute hier haben etwas ganz besonderes erlebt und auch wir kriegen uns anschließend kaum ein. Nein, was hat das Spaß gemacht! Sollte man unbedingt irgendwann noch ein paar von spielen. Einfach unglaublich, wozu diese Besetzung aus dem Stand heraus fähig ist. Leider haben wir keine Gelegenheit mehr, den Abend mit den Theaterleuten in Bad Hersfeld ausklingen zu lassen, müssen über Nacht noch nach Mainz, wo am Sonntag-Vormittag der ZDF-Fernsehgarten auf uns wartet. Immerhin haben wir denen „Musik, die nit stührt“ sozusagen als trojanisches Pferd unterjubeln können.

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