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Ulm Roxy

Keine Ahnung, ob ich auch nur ein einziges Mal während der Fahrt aus dem Fenster geschaut habe, denn ab Novotel K-Town lief bei uns auf der Rückbank des Tourvans van Dammes Neil Young-Konzertfilm „Heart of gold“, in dem er hauptsächlich Material von seinem vor seiner Gehirnoperation aufgenommenen Prairie-Wind-Album spielt. Nehme an, einer dieser vermeintlich cleveren Schachzüge der Plattenfirmen, Filme unbedingt nach dem bekanntesten Song eines Künstlers zu benennen. Vollkommener Schwachsinn dieser Titel, ansonsten aber ein großartiges Dokument.
Beim heutigen Soundcheck proben wir, nachdem ich gestern im Verlauf meiner Anmoderation zu „Karl Heinz Buhr“ die „Graham Bonney Wähle 3-3-3“-Story erzählt hatte, eine beschleunigte Kurzversion dieses sechziger Jahre Schlagers ein. Vor dem Konzert noch zwei Interviews, was ja eigentlich nichts Besonderes ist, bis auf die Tatsache, dass sich einer der beiden Journalisten nach getaner Arbeit bei mir dafür bedankt, dass ich ihn sicher durch die Pubertät gelotst habe. Auch so was erlebt man unterwegs! Im Publikum erneut viele vertraute Gesicher, eine Art Familienfeier in einem etwas größer geratenen Wohnzimmer. Muss langsam mal darauf achten, meine Plauderlaune in den Griff zu kriegen, aber was soll man machen, wenn da so viele Leute vor einem sitzen, denen man auch mal ein paar noch nie erzählte Geschichten erzählen will. Und es ist ja nicht so, als ob es keine gäbe. Jedenfalls läuft alles wieder mal in optimaler Weise, schade nur, dass wir seit dem Warm Up-Gig an der Mosel rein gar nichts von den jeweiligen Orten mitgekriegt haben, und selbst da sind wir nur bis zum Soldatenfriedhof gekommen.

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