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Rolandseck und Köln

Gestern den ganzen Tag in Sachen Buthe-Eröffnung unterwegs gewesen. Bereits um 11:00 Uhr Pressekonferenz im „Arp Museum Bahnhof Rolandseck“, nur ein paar Rheinkilometer unterhalb von Unkel, wo mein Vater herkam und gegenüber von Bad Honnef, das wie seit ewigen Zeiten immer noch per Rheinfähre erreichbar ist. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich überhaupt nicht mitgekriegt hatte, in welchem Ausmaß sich dieser ehemalige, eher rührige „Künstlerbahnhof“ in den letzten Jahren gemausert hat. Dr. Kornhoff, der Direktor des Museums, gibt Oliver und mir einen ausführlichen Grundkurs über diese Entwicklung, inklusive einer Führung durch die momentanen Ausstellungen. Auch wenn ich danach immer noch nichts mit dem Werk Jonathan Meeses anfangen kann und vermutlich nie begreifen werde, warum man weltweit auf seine „Kaisers neue Kleider“ reinfällt, rate ich jedem, sich dieses – schon allein wegen seiner Architektur – unvergleichliche Museum anzusehen. Anne reist extra aus Hamburg an, damit wir abends im Foyer vor Buthes Objekt „Madonna“ zum Abschluss der Eröffnungsansprache „Novembermorje“ spielen können. Wir tun das mit einem sehr guten Gefühl wissend, dass der Meister das gut gefunden hätte, schließlicht hat er mir 1989 für den gleichen Job im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart ein riesiges neues Bild gegeben, welches wir danach in Zürich zugunsten von Dietmar Schönherrs „Haus der drei Welten“ in Granada / Nicaragua versteigert haben. Riesenauflauf, viele Leute, die ich seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hatte, sogar welche mit denen ich studiert habe.
Heute Mittag dann Drehtermin mit einem Aufnahme-Team des WDR auf dem dritten Domturm anlässlich unseres Konzertes auf dem Roncalliplatz am 11.September. Bringe einen Fotoband des Kölner Fotografen Walter Dick mit, der von hier aus nach dem Krieg das zerbombte Köln fotografiert hatte. Geplant ist, zwei dieser Fotos mit dem heutigen Panorama zu überblenden um zu zeigen, was auf dem Spiel steht, was man sich auch in der jüngeren Geschichte noch alles gegenseitig angetan hat. Es ist wirklich unbegreiflich, dass all dieser Zerstörung keine wirkliche Einsicht gefolgt ist. Abends bin ich von Heiner Wiberny eingeladen, mit ihm und der WDR-Big Band zum Finale seines Abschiedskonzertes (Der Mann wird pensioniert!!) zwei Songs zu spielen: „Nix wie bessher“ und „Schluss, aus, okay“ passen wir Faust aufs Auge. Großartig, die Leute von der Big Band wiederzusehen und allgemeines Entzücken darüber, dass wir im nächsten Herbst wieder was zusammen unternehmen. Ich hatte da so eine Idee …
Außer mir ist auch Klaus der Geiger eingeladen, einen Song mitzuspielen. Ich erfahre, dass seine Buchpräsentation auf den 17.September verschoben wurde, sodass ich erfreulicherweise jetzt doch anwesend sein kann, um mein Vorwort vorzulesen. Womöglich könnte man da ja (nach „Deshalv spill’ mer he“) auch noch mal „Grön en Platania“ aus der Mottenkiste ziehen. Mal sehen!

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