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Montag, 4.Juli bis Freitag, 8.Juli 2011 – Köln / Idstein / Bonn

Ziemlich durchschnittliche Woche, erwähnenswert eigentlich nur der Donnerstag mit dem Rebound-Meeting bei Jack Wolfskin in Idstein. Da es ja am 10.September auf die nächste Ostkongoreise geht, gibt es im Vorfeld einiges zu klären. Eigentlich wären Didi und ich von Idstein aus ins Allgäu gefahren, um dort morgen für Werner Schmidbauers BR-Sendereihe “Gipfeltreffen“ unter Kamerabeobachtung auf eine Berg zu kraxeln, aber das macht bis auf weiteres die Großwetterlage zunichte. Das Mainstream-Publikum zappt halt weiter, wenn auf seiner Mattscheibe zwei plaudernde Kerle im strömenden Regen bergauf spazieren, auch wenn man noch so oft behauptet, es gäbe kein schlechtes Wetter, höchstens mal unpassende Kleidung. (Selbst der Werbeslogan „Draussen zuhause“ hilft da nicht groß weiter!!) Mache aus der Not eine Tugend, da ich ohnehin ein wenig traurig war, vor lauter Outdoor-Aktivismus die Pogues in Bonn zu versäumen, setze mich ins Auto und fahre zur Museumsmeile. Ernest Hartz, unser dortiger Örtlicher, hat mir einen Pogo-sicheren Platz neben dem Lichtpult besorgt und ich bin zunächst einmal hocherfreut zu erfahren, dass die Pogues MIT Shane MacGowan als Sänger auftreten. Gut, hatte die Kapelle in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren, aber es war seit Jahren ein offenes Geheimnis, dass der Mann vor lauter Alkoholabhängigkeit nicht mehr als bühnentauglich zu bezeichnen ist. Das war auch schon Mitte der Neunziger so, als ich sie ohne ihn auf einem Festival in der Nähe von Düren sah, wo sie als Co-Headliner mit den Ramones angekündigt waren. Absolutes Fiasko, denn vor lauter Gedränge vor der Bühne hatten sich die Absperrgitter bis unter die Bühne verschoben, der Ramones-Bassist mit einem gebrochenen Arm in Gips war für die vorgesehene Stunde Punkrock schmerzunempfindlich gespritzt worden, aber es zog sich halt dermaßen, bis die Bühne wieder freigegeben wurde, dass die Ramones unverrichteter Dinge das Feld räumen mussten. Bis heute grenzt es für mich an ein Wunder, dass es deswegen nicht zu Randalegekommen ist. Heute ist Shane MacGowan jedenfalls dabei und schlägt sich für seine Verhältnisse respektabel. Spätestens nach jeweils drei Songs schlurft er von der Bühne und überlässt das Front-Mikro einem seiner Kollegen, was dann allerdings tragischerweise bedeutet, dass das Energie-Level unmittelbar auf Durchschnitt fällt, egal wie sehr sich seine rührigen Mitstreiter dann auch ins Zeug legen. Egal, so kriege ich wenigstens meinen Pogues-Lieblingssong „Thousands are sailing“ in der Zweitbesetzung, aber immerhin vom Komponisten Philip Chevron selbst gesungen, zu hören. Wieder zuhause lasse ich googlen, was es denn wohl mit dem Begriff „Pogue Mahone“ auf sich hat, der auf meinem als Souvenir erstandenen T-Shirt steht. Es heißt in einem irischen Dialekt soviel wie „Kiss my Ass“ (Pogue ma hone), immerhin unkomplizierter als die Namensgebung meiner Band.
Am Freitag gibt die Festivalleitung der Burg Nideggen Open Airs dann die Verlegung sämtlicher für dort vorgesehenen Veranstaltungen ins Schloss Merode in Langerwehe bei Aachen bekannt. Es hat wohl einiges an Querelen mit dem Gastronomen der Burg gegeben, sodass man sich schweren Herzens zu diesem Schritt gezwungen sah. Schade, hat riesig Spaß gemacht dort aufzutreten, aber eine positive Seite hat die Verlegung trotzdem: Jetzt gibt es wieder Tickets für unser Konzert, das am vorgesehenen Ort seit Monaten als „ausverkauft“ galt.

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