Rebound
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Köln – Berlin – Köln

Der FC bleibt in der Spur, Last Minute-Sieg über Freiburg. Vermutlich weil ich – wie ich im Express lesen konnte – Volker Finke vor Jahren nach der Freiburger Premiere des BAP-Filmes alles über Köln erzählt hatte (!). Samstagabends eine Art Kostümfest anlässlich Agnettes 60.Geburtstag im Ehrenfelder Theaterhaus. Denkwürdige Veranstaltung, treffe reichlich alte Bekannte, mit denen ich teilweise jahrzehntelang keinen Kontakt mehr hatte. Da kommt man schon leicht ins Grübeln, vor allem wenn man selbst die letzten zweieinhalb Jahre mit seiner Autobiografie beschäftigt war. Schön, den Bernd, den Honce und die Elli zu treffen, vor allen Dingen natürlich das Geburtstagskind. Schade nur, dass ich seit zwei Tagen unter einer Grippe leide, für die ich allerdings momentan überhaupt keine Zeit habe. Homöopathie entfällt diesmal, Grippostad und Artverwandtes kommt zum Einsatz.
Sonntags erst mal halblang, nachmittags ein Mix aus Fußball gucken und Songs rekapitulieren, denn am Aschermittwoch beginnen die Bandproben.
Montagmorgen mit dem Flieger nach Berlin zum „Gipfeltreffen“. Martin Scholz von der Frankfurter Rundschau hat eine Gesprächsrunde mit der Schriftstellerein Juli Zeh (Spieltrieb), dem Element of Crime-Sänger und Autor Sven Regener und mit initiiert. Es geht im weitesten Sinne um die Verbindung von literarischen Texten mit Musik. Ein interessantes Gespräch, bin gespannt wie das dann in komprimierter Form rüberkommt.
Dienstagvormittag noch drei weitere Pressetermine und dann zurück nach Köln. Abends Treffen mit Christoph Kuckelkorn, dem Zugleiter des Rosenmontagszuges, im Karnevalsmuseum. Anprobe unserer Kostüme, denn dieses Jahr sind Tina und ich reif. Im vorigen Jahr hatte ich unsere Teilnahme am Zug kurzfristig wegen meines Innenbandrisses absagen müssen, aber aufgeschoben ist ja bekanntermaßen nicht aufgehoben. Somit geschehen also tatsächlich in der Folge meiner zwei letztjährigen Afrika-Persiflagewagen dieses Jahr Zeichen und Wunder: Der „Nit für Kooche-Mann“ wirft „Kamelle und Strüßjer“ vom ersten Wagen des Rosenmontagszuges. Ist mir völlig klar, dass das längst nicht jeder kapieren wird, aber die Hauptsache ist, dass ich mir sicher bin. Es hat sich in der 1981 noch zum größten Teil unerträglich bräsig-spießigen Vereinsmeier-Karnevalsszene erfreulich viel verändert – man muss sich nur mal die Themen der Persiflagewagen ansehen, sodass es verbohrt wäre, auf meinem überholten Standpunkt zu beharren. Nicht einmal die Stunksitzung war in Sicht, als ich den Text dieses Liedes schrieb. Als ich nach Hause komme, überrascht mich Oliver, mit dem ich eigentlich nach der Tagesschau zum Telefonieren verabredet war, in leibhaftiger Form. Er ist extra nach Köln gekommen, um mir das allererste Exemplar unseres Buches persönlich und mit Widmung zu übergeben. Da bin ich ausgesprochen platt. Toll geworden, kann gar nicht aufhören vor– und zurückzublättern und beliebige Stellen zu lesen und den durchweg gelungenen Zusammenhang mit den dann doch ausgesprochen zahlreichen Fotos zu bestaunen. Er bleibt bis Donnerstagmittag, sodass wir es sogar noch – trotz eines weiteren Interviewtages meinerseits –schaffen, uns mit der Auswahl für die Lesungen zu befassen.

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