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Köln

Nur der Ordnung halber eine kurze Zusammenfassung der vergangenen zwei Wochen, genaugenommen der letzten vier Tage, aus denen das wenige an Erwähnenswertem stattgefunden hat:
Dienstag am 11.11 Uhr im Karnevalsmuseum neben der Wagenhalle des Rosenmontagszugs mit Tina und Didi zum „Richtfest“, auf dem die Presse bzw. die Medien überhaupt alljährlich zum ersten Mal die neuen Wagen zu sehen bekommen. Das Ganze läuft natürlich mit reichlich „Kölle Alaaf“ ab. Schön, dass hier tatsächlich auch mal die geehrt werden, die in den vergangenen Monaten die Knochen- und Geduldsarbeit ausgeführt haben.
Mittwochvormittags dann mit Didi per IC nach Hamburg wo wir Oliver treffen, um gemeinsam zu einer Besprechung in Sache „Ede Wolf“ zum Hoffmann & Campe-Verlag zu fahren. Danach dann mit Jens Petersen, unserem Lektor, erst mal in die Exil-Kölner-Kneipe „Rheinländer“, schließlich spielt der „Erstligist der Herzen“ um 19.00 Uhr im Pokal gegen den FC Augsburg. Unfassbar, was ein profilneurotischer Schiedsrichter aus einem Fußballspiel machen kann. Drei unberechtigte, völlig aus der Luft gegriffene Platzverweise gegen Köln und das war’s! Zu acht gegen elf kannst du nun mal nichts reißen, da bist du ausgeliefert, zumal die Medien traditionsgemäß im Pokal eindeutig auf der Seite des vermeintlichen Davids stehen. Da landet man, ehe man sich versieht, in der Position des schlechten Verlierers. Trotzdem bleibe ich dabei: Ein Schiedsrichter wie dieser Kinhöfer könnte mit seinen willkürlichen Entscheidungen jedem Dorfverein zu einem Sieg über Real Madrid verhelfen. Contenance bewahrend nach Spielende, Anne und ihr Sohn Jacob sind inzwischen noch dazugestoßen, zum Edel-Japaner „Ono“, wo es dann doch noch richtig nett wird. Jens Petersen ist – wie auch ich – sehr angetan von dem, was Oliver bisher zu Papier gebracht hat. Der ganze Verlag vom Vertriebschef bis zu Günther Berg, dem Chef selbst, freut sich über das Zustandekommen dieses Projekts. Ebenso groß die Vorfreude aller, die mit der W.N. & Co.-Tour zu tun haben: Anne ist gerade in der Phase in der sie überlegt, welches ihrer Instrumente sich denn wohl am besten für welches der geplanten Lieder eignen würde.
Donnerstagmittag verabschieden wir uns auf dem Hamburger Bahnhof von Oliver, der zurück nach Stuttgart muss, um dann weiter nach Berlin zu fahren. Hier treffen wir Rhani, der natürlich („ … wie, Ihr spielt in Berlin? Kann man da mitspielen?!“) morgen bei der Ausstellungseröffnung im Lichthof des Auswärtigen Amts dabei sein wird. Kurzer Soundcheck mit Anne und ihm und ab ins marokkanische Restaurant „Kasbah“, in der Gipsstraße, wo wir mit Eva und Steffen von WorldVision verabredet sind, um uns zum Thema „Rebound“ updaten zu lassen. Schön, dass auch noch Micha dazukommt, den ich jetzt auch schon länger nicht mehr gesehen hatte. Nach dem (sehr empfehlenswerten) Essen noch quer durch Berlin ins Quasimodo, wo wir vor 30 Jahren unseren legendären allerersten Berlinauftritt hatten und heute abend im Vorprogramm des Kollegen Stahlhofen die junge Berliner Sängerin Celina (eine Freundin von Anne und Rhani) auftritt. Gefällt mir sehr gut: Lebensfrohe unverkrampfte selbstgeschriebene Songs, die sie in einer absolut gewinnenden Art und Weise vorträgt. Bislang gibt es von ihr lediglich eine Demo-CD mit sechs Songs, aber ich bin mir sicher, dass man da noch mehr von hören wird. Würde mich jedenfalls sehr wundern, wenn das Mädchen nicht in nächster Zukunft einen (hoffentlich seriösen) Plattenvertrag bekäme.
Freitagmorgen um 9.30 Uhr zunächst die Pressekonferenz für die von WorldVision organisierte Ausstellung zum Thema Kindersoldaten, die bereits seit einigen Tagen läuft, heute am Red Hand Day aber erst medial Beachtung findet. Die gleiche Zeremonie, die im vorigen Jahr im Schloss Bellevue beim Bundespräsidenten stattfand, also heute im Amtssitz des neuen Außenministers Guido Westerwelle. Da hilft kein Genöle, der Mann ist (zwar nicht von mir, aber) demokratischen Spielregeln gemäß auf diesem Posten gelandet und in dieser Legislaturperiode für die deutsche Außenpolitik verantwortlich, ob einem das passt oder nicht. Es gilt jedenfalls, jede Chance die Lobby für „War affected children“, wie es politisch korrekt heißt, zu vergrößern. Spiele mit Rhani und Anne also „Noh Gulu“, rote Handabdrücke werden gemacht und jeweils ein kurzer Satz dazu geschrieben. Meiner lautet: Ein einziger Red Hand Day pro Jahr ist zuwenig. Wir brauchen 365 davon. Inwiefern die Medien das Thema tatsächlich aufnehmen, werden wir erst in den kommenden Tagen sehen. Freitagabend finden wir uns in den ARD- und ZDF-Nachrichten schon mal lediglich als Schnittmaterial in einem Beitrag über Westerwelles jüngste Entgleisungen zum Thema Hartz IV-Empfänger wieder. Bleibt zu hoffen, dass das nicht alles gewesen ist. Falls doch, sollte man ernsthaft mal darüber nachdenken, ob eine derartige Veranstaltung nicht doch lediglich unter die Rubrik „Alibi- oder Feigenblattaktion“ fällt. Wäre sehr schade, denn gerade das solidarische Engagement der vielen Kinder, die im Laufe der vergangenen Wochen und Monate an diesem Thema gearbeitet haben, hätte entsprechende Aufmerksamkeit verdient. Freitagabend bin ich nach deutlich verspätetem Abflug in Berlin wieder im närrischen Köln, wo ich die letzten Jahre in dieser Phase nicht einmal für Kuchen geblieben wäre. Aber dieses Jahr ist alles anders, hier habe ich die eingangs erwähnte Lobby definitiv (wenn auch völlig unerwartet) vergrößern können. „Dreimohl Kölle Alaaf“ dafür.

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