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Donnerstag, 16.Juni 2011 – Off-Tag und Freitag, 17.Juni 2011 – Hamburg, Stadtpark

Im Frühstücksraum des Oberurseler Mövenpick-Hotels läuft mir der geschätzte junge Kollege Clueso über den Weg. Auch er hat gestern auf dem Hessentag gespielt und befindet sich wie wir im Festival-Sommer-Modus. Wir versprechen uns, jetzt tatsächlich möglichst bald mal was zusammen zu machen und keine zwei Stunden später ruft er an, ob ich nicht Lust hätte, mit ihm am kommenden Montag in München im Rahmen einer GEMA-Preisverleihung, bei der er den Autorenpreis bekommt, einen Song – am liebsten „Für immer jung“ – zu spielen. Trifft sich zufällig sehr gut, denn am Dienstag bin ich sowieso wegen der TV-Aufzeichnung von „Pelzig hält sich“ in München. Warum also nicht?!
In Hamburg angekommen, zwei Stunden später als die Band, weil Didi, Eva und ich uns in Oberursel noch mit Anna treffen (die in Beni/Ostkongo unsere dortige Rebound-Einrichtung aufbaut), um uns auf den aktuellen Stand bringen zu lassen, nur kurz ins Hotel und dann weiter zu Anne, Jacob und Ulle, die uns und ein paar Hamburger Freunde ein weiteres Mal zum Grillen in ihren Garten eingeladen haben. Schön, hier auch Heinz Canibol zu treffen, den ehemaligen EMI-Chef, einen Überzeugungstäter, der mit einer kleinen ambitionierten Plattenfirma hier oben im Norden mal kurz gezeigt hat, was alles möglich ist, wenn man eben nicht nach Schema F vorgeht und sich vor allem darauf konzentriert, nur das zu tun, was man sich auch wirklich zutraut. Seine Ergebnisse heißen Annet Louisan, Stefan Gwildis, Anna Depenbusch und Ina Müller. Gratulation!
Am Showtag erst mal für zwei Stunden in die Stadt, ein paar Besorgungen machen und dann bereits um 14.00 Uhr mit Didi zum Stadtpark. Im Vorfeld müssen noch etliche Kinkerlitzchen erledigt werden und da aus Curfew-Gründen bereits um 19.00 Uhr Showtime ist, steht vor allem im Rahmen des Soundchecks eine ordentliche Probe der zwei Songs, die wir mit Inga Rumpf spielen wollen, auf der To Do-Liste. Wir erinnern uns: Am 30.April hatten NKK&Z (Nass, Kopal, Krumminga & Zöller) unter anderem sie im Verlauf der Bremen Eins-Feierlichkeiten begleitet. Damals hatten wir sie nach erfolgreich getaner Arbeit gefragt, ob sie nicht Lust hätte bei uns für zwei Songs in ihrer Heimatstadt auf die Bühne zu steigen – sie hatte. Bereits bei der Probe allgemeine Ganzkörpergänsehaut. Unglaublich was passiert, wenn diese Lady Gentlemans Part in unserer „Redemption Song“-Version übernimmt ganz zu schweigen von ihrer Interpretation von Gary Moores „Still got the blues“. Ein paar Stunden später mit Sicherheit der Höhepunkt der Show. Es fällt mir dies mal nicht gerade leicht, mich auf die Gegebenheit dieser eigentlich wunderschönen Location einzustellen. Um 19.00 Uhr ist es halt noch taghell, und die Leute sind durch dieses abschüssige Rasenstück vor der eigentlichen überdachten Bühne viel zu weit von uns entfernt als dass der Funke unmittelbar überspringen könnte. Erschwerend kommt auf dieser Tour hinzu, dass ich den ersten Song alleine spiele und sich ausgerechnet heute während „Moment“ zwei Ordner im Graben wichtig machen und meinen, den Leuten das Fotografieren verbieten zu müssen. Was natürlich Unfug ist, denn erstens ist es taghell und es blitzt einen niemand blind und zweitens liegen da locker 8 Meter Luftlinie zwischen Linse und Motiv. Egal, alles wir gut, wir spielen ein wunderbares Konzert, bei dem wir auf der Zielgeraden die Ziererei zwischen den Zugabeblöcken ausfallen lassen um Zeit zu sparen. Sogar „Songs sinn Dräume“ schaffen wir noch, was ich eigentlich heute nicht für möglich gehalten hatte. Absolute Punktlandung, die Digitaluhr hinter meinen Monitorboxen zeigt beim Schlussakkord 21:59:50.

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