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Reutlingen, Kulturzentrum franz.K

Durch verschneite Landschaft „It might get loud“ hörend nach Reutlingen, wo ich soweit ich mich erinnern kann noch nie gespielt habe. Erinnere mich nur daran, hier einmal in den Achtzigern mit Carmen, Severin und Robin meine damalige Schwiegermutter besucht zu haben, die es aus irgendeinem Grund für ein paar Jahre hierhin verschlagen hatte. Gegenüber diesem funkelnagelneuen „Kulturzentrum Reutlingen franz.K“ befindet sich der hiesige Media-Markt, und da ich ja nicht blöd bin, versorge ich uns mit zwei weiteren DVDs für unterwegs (Brian de Palmas „Scarface“ und „No country for old men“ von den Coen Brüdern) sowie Ringo Starrs neuem Album „Y not?“ Gemeinsam mit Anne zu einem liebevoll skurilen Instrumentenladen in einer Baracke hinter dem Friedhof, der von einem sehr netten ehemaligen Boxer geführt wird, um uns mit dem einen oder anderen Zubehör zu versorgen.
Danach ein erheblich intensiverer Soundcheck als sonst, denn den heutigen Gig wollen wir ja (für alle Fälle) mal mitschneiden. Ein Vorhaben, das bei Anne und mir während der Show allerdings zu einer leichten Verkrampfung führt, nur Rhani interessiert das nicht besonders. So denke ich persönlich zu Beginn der Show bei jeder Anmoderation daran, nur ja keinen Scheiß zu erzählen, was dann natürlich dazu führt, dass es irgendwie steifer gerät. Bis zur Pause sind derlei Gedanken dann aber aus dem Kopf, und alles ist wie immer. Kleinere Pannen, wie die mit der falschen Mundharmonika bei „Karl Heinz Buhr / Rocky Racoon“ machen allerdings einen weiteren Aufnahmetag nötig. War aber schon viel Brauchbares dabei, sogar Komisches wie der Zwischenruf im Vorlauf meiner Ansage zu „Hundertmohl“. Erzähle gerade von der winterlichen Tristesse auf der Nordseeinsel Spiekeroog, meiner Zerrissenheit ob unseres überwältigenden Erfolges im Jahr 1982, von Gewissensängsten, da brüllt ein, sich offenbar im falschen Film befindender Kerl aus vollem Herzen: „Hang on sloopy“. Nach dem normalerweise letzten Song sind die Leute nicht aus dem Saal zu kriegen, hängen also noch „Perfect day“ dran, und dann soll definitiv Schluss sein. Pustekuchen, Didi findet niemanden, der das Saallicht anmacht, somit also nach gefühlten fünf Minuten Zugaberufen noch „Nix andres em Kopp“. Wirklich schade, dass gerade dieser Song bis jetzt einfach keinen Platz auf der regulären Setliste finden konnte.

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