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Luzern, Schuur

Vormittags nochmal in die Altstadt von Winterthur, hatte gestern in einem geschlossenen Buchladen Suze Rotolos Buch „Als sich die Zeiten zu ändern begannen“ gesehen, was ich zwar bereits in englischer Originalfassung von Oliver geschenkt bekam, allerdings immer zu faul war zu lesen. Jetzt ist Abhilfe geschaffen, bin sehr gespannt, was ich Neues aus dieser Zeit des Übergangs in Greenwich Village erfahren werde. Suze Rotolo lebte damals mit Bob Dylan in diesem Epizentrum der Folk-, Jazz-, Rock- und Popkultur zusammen.
Die Strecke nach Luzern ist schnell bewältigt, schnell ins Hotel eingecheckt und ab in die zweite Altstadt des Tages. Leider nicht soviel Zeit dazu wie ich gern hätte, aber für eine Runde reicht sie. Das Konzertzentrum „Schuur“ (was soviel wie Scheune heißt, also exakt dasselbe Wort wie im Kölschen!!), ist eine extrem sachdienliche Einrichtung, äußerst Crew-freundlich, guter Ladeweg, von jeder Stelle aus optimale Sicht auf die Bühne (die heute auch mal wieder groß und hoch genug ist), prima Akustik und vor allem eine erleichternd professionelle Local Crew. Also alles bestens. Die Ganes-Mädels sind heute und morgen nochmal am Start, wir wiederholen beim Soundcheck die drei Songs mit ihrer Beteiligung. Makellose Show, bis auf meine kleine Verwirrung bezüglich der eigentlich geplanten Reihenfolge der ersten beiden Ganes-Songs, die ich irgendwie durcheinander bringe, was aber draußen keiner mitkriegt. Intern nimmt man sowas souverän. So what!? Es ist einfach wunderbar zu erleben, in welchem Maß uns auch hier in der Diaspora die Fans die Stange halten, geänderte Radiolandschaft hin oder her. So sind heute beispielsweise auch die drei Jungs mit der Schweizer Flagge, die wir jedesmal aufs Neue signieren müssen, wieder vor Ort. Zum ersten Mal hatte ich sie vorm ersten ÖVVERALL-Konzert in der Kölnarena vormittags im Verlauf der Signierstunde im Jack-Wolfskin-Shop getroffen, wo die Leute, die von Jottweisswo angereist waren (beispielsweise ein Fan aus Liverpool), defilierten. Abends in dieser Riesenhalle sahen wir dann die entsprechenden Flaggen und wussten noch genau, wer das war, der sie schwenkte. Südtiroler, Norweger, Holländer, Belgier, Luxemburger, Dänen, irgendwie macht das schon stolz zu erleben, bis wohin wir Menschen auch ganz anderer Sprachen erreicht haben. Wir genießen diese kleine Extratour in vollen Zügen, keiner, der nicht traurig ist, dass sie so bald schon vorbei sein wird. Nach der Show im Catering hat irgendwer plötzlich die Idee, die Mädels zur Abschluss-Show in Bonn einzuladen. Das Einzige, was dagegen spricht ist, dass sie für den 29. Mai eigentlich ein Konzert in Salzburg geplant haben. Jetzt sinnieren sie, ob das womöglich verschiebbar wäre.
Schließlich doch noch zu lange in Sachen Ballnacht an der Hotelbar ausgeharrt, dabei wollte ich doch möglichst früh nach Bern aufbrechen, um mich mindestens zwei Stunden in meiner Schweizer Lieblings-Altstadt rumtreiben zu können. Dafür verzichte ich sogar auf den eigentlich für heute geplanten Besuch der Basquiat-Ausstellung in der Baseler Foundation Beyeler. Man kann nicht alles haben.

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