Rebound
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Donnerstag, 17. Juli 2014 – Heilbronn/Gaffenberg-Festival

Bei schönstem Sommerwetter bewegen wir uns auf der „Highway 61“ in Richtung Heilbronn. Die Strecke reicht exakt aus um sich mal das soeben mit 40 Jahre Verspätung erschienene Crosby, Stills, Nash & Young-Live-Album „CSNY 1974“ in voller Länge, nämlich drei CDs hintereinander anzuhören. Anscheinend wurde da inzwischen einiges repariert, denn wie man liest, war Neil Young damals garnicht zufrieden mit dem, was da in diesen Riesen-Arenen abgeliefert wurde. Für mich klingt das heute jedenfalls großartig und sollte es jemanden geben, der seine Live-Alben-Sammlung komplettieren will, so sei ihm dieses Dokument wärmstens empfohlen. Schade, dass „Cowgirl in the Sand“ nicht drauf ist, aber dafür entschädigt einen das dickste Booklet, das mir je untergekommen ist, sowie die Bonus-DVD, die die Herren unter anderem im Wembley Stadion noch rank und schlank bei der Arbeit zeigt.
Wir treffen pünktlich auf dem Gaffenberg ein und als erstes steht für mich ein Telefoninterview mit einer Dresdener Tageszeitung an, das wegen der Vorverlegung auf 19:00 notwendig geworden war. Erstaunlicherweise ist den örtlichen Veranstaltern in Dresden erst vor wenigen Tagen aufgefallen, dass BAP keine Kurzprogramme von zwei Stunden spielt. Also werden wir die Pause kürzer als sonst halten, bereits um 19:00 loslegen und zwei, drei Songs weniger feilbieten. Bin nur froh, dass wir nicht mit normalem Rock’n’Roll-Besteck unterwegs sind, denn dann wären wir überdies auch noch mit der Lautstärken-Begrenzung ins Gehege gekommen. Bin jedenfalls mal sehr gespannt und hoffe auf gutes Wetter, denn Anne und Ulle, die hier schon mal mit Anna Depenbusch gespielt haben berichten, dass zwei Drittel der Bühne damals nicht überdacht waren. Eine Kurmuschel halt! Aber heute erstmal das Gaffenberg-Festival: Perfekte Bedingungen, ein vertrautes Publikum, denn soweit ich mich erinnere spielen wir hier mindestens zum vierten Mal, allerdings zum ersten Mal vor sitzendem Publikum, was aber überhaupt kein Problem ist. Die Setliste ist optimal den Lichtverhältnissen angepasst. In der ersten Halbzeit ist es sehr schön die Reaktionen des erwachsenen Publikums zu sehen und in der zweiten Halbzeit kommen dann die Songs, denen ein wenig Lichtunterstützung gut tut. Ein weiterer kurzweiliger Gig unter optimalen Bedingungen, die Zeit verfliegt und ich bin wieder mal erstaunt, bereits bei „Sendeschluss“ angekommen zu sein. Ein kleiner alkoholfreier Absacker, eine indische Linsensuppe und ab ins Inselhotel, das erfreulicherweise mit den Renovierungsarbeiten durch ist. Vor zwei Jahren mussten wir uns nach getaner Arbeit durch einen undurchdringlichen Irrgarten mit Aufzügen die einen überallhin führten, bloß nicht dahin wo man wollte, abfinden. So manch einer von uns hatte damals das Gefühl, wahlweise bei „Vorsicht Kamera“ oder bei „Spinal Tap“ gelandet zu sein.

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