Niedeckens BAP - Startseite

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14.03.2019
Wer hier mal Lust und Zeit hat etwas mehr zu lesen, hier die ungekürzte Version des "Brief an den Vater" aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung vom 21.September 2018. #BAP #SüddeutscheZeitung #Kafka #BriefandenVater Lieber Papa, wir tun jetzt mal so, als würde dich dieser Brief tatsächlich irgendwo erreichen. Du warst jedenfalls immer fest davon überzeugt, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Dein Kinderglauben war unerschütterlich, meiner hat im katholischen Internat dermaßen gelitten, dass ich nach deinem Tod so ziemlich als Erstes aus der katholischen Kirche ausgetreten bin. Vorher hätte ich das nicht übers Herz gebracht. Ich wollte all den Enttäuschungen, die ich dir bereitet habe, keine weitere hinzufügen. Es muss für dich fürchterlich schwer zu ertragen gewesen sind, als ich mich während meiner Pubertät dermaßen unverhältnismäßig heftig gegen dich aufgelehnt und später dann zeitweise regelrecht von dir abgewendet habe. Dabei waren wir beide, als ich noch Kind war ein Paar wie Pech und Schwefel. Meine ersten Kindheitserinnerungen sind die an unsere gemeinsamen Fahrten in deinem Opel P4 Kastenwagen aus den Dreißigern. Wir fuhren in die Markthalle, zur MVK (Milchverwertung Köln) zum Güterbahnhof, da wo sich heute der Mediapark befindet und in den Rheinau- Hafen, wo die Kisten mit der Dosenmilch ankamen. Das waren sozusagen unsere Dienstreisen und du warst mein Held. Nachmittags saß ich neben dir an deinem Schreibtisch und habe mit Bleistift und Kugelschreiber auf die Rückseiten irgendwelcher Quittungen meine Ritterburgen und Indianer gemalt. Du hattest eine Menge Hoffnungen in mich, deinen Nachzügler gesteckt. Eigentlich wolltest du nämlich kein Kind mehr, aber Mama – 16 Jahre jünger als du – hat dich einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Aber als ich erst mal auf der Welt war, hast du dich nur all zu gerne mit dieser kleinen Tatsache abgefunden. Es gibt herzerweichende Geschichten zu diesem Thema, die bei so manchem Familienfest wieder aufgewärmt wurden. Egal, ich war jedenfalls der Allererste in der ganzen Familie, der das Gymnasium besuchen durfte. Aber damals habe ich meine Chance nicht wirklich begriffen, jedenfalls nicht so wie du sie empfunden hast. Wie oft hab ich von dir den Spruch gehört, dass man einen Esel zwar zum Wasser hinziehen könne, aber trinken müsse er letztendlich selber. Du hättest dir gewünscht, dass ich Rechtsanwalt, Architekt oder sogar Arzt würde. Und dass noch zu einem Zeitpunkt, als Mama längst klar war, dass ich wohl eher das Talent ihres Vaters geerbt hatte, dem arbeitslosen Kirchenmaler, der dich immer nur von oben herab als „Herringsbändijer“ verspottete. Du warst fleißig, sparsam und erzkatholisch. Kein Wunder, denn so bist du als jüngster Sohn einer Winzerfamilie aus Unkel am Rhein erzogen worden. 1904 geboren und als du zehn wurdest, mussten deine Brüder in den ersten Weltkrieg ziehen, aus dem sie gottseidank lebend zurückkamen. Danach dann der Schock, einer aus Amerika eingeschleppten Reblaus-Plage, gegen die es damals noch kein Mittel gab. All die Winzer an Rhein, Mosel, Ahr und Nahe mussten sich notgedrungen nach anderen Berufen umsehen. Der Weinanbau war unmöglich geworden. Du bist zunächst bei einem Buchhalter in die Lehre gegangen und später dann mit deiner ersten Frau Maria und meinem Halbbruder Heinz 50 Fluss-Kilometer rheinabwärts nach Köln „ausgewandert“, um hier ein Lebensmittelgeschäft zu eröffnen. Dein lebenslanger Traum blieb es allerdings, wieder aufs Land zurückzukehren. In der Stadt hast du dich nie wirklich wohl gefühlt. Aber dir blieb garnichts anderes übrig, wenn du deine kleine Familie ernähren wolltest. Zweimal wurdet ihr im zweiten Weltkrieg ausgebombt, erst der dritte Laden, auf der Severinsstraße 1 überdauerte den Krieg. Zwischenzeitlich hat dich Maria verlassen, ihr wurdet geschieden und infolgedessen durftest du die katholischen Sakramente nicht mehr empfangen. Ich habe schon als Kind mitgekriegt, wie sehr du darunter gelitten hast, nicht mehr beichten und sonntags nicht mehr zur Heiligen Kommunion gehen zu dürfen. Ich habe nie verstanden, dass ausgerechnet eine Religion, die sich dermaßen viel auf ihre Barmherzigkeit eingebildet, dich dermaßen gnadenlos verstoßen hat und ratlos im Regen stehen ließ. Aber auf den „Herrjott“ hast du nie was kommen lassen. Um ehrlich zu sein, manchmal erkenne ich dich in mir selbst, wenn ich Selbstgespräche à la Don Camillo mit dem „Chef“ führe. Das ist dann meine eigene, ganz persönliche Form vom agnostischen Beten. Abgesehen davon kann ich mich immer noch nicht damit abfinden, wenn Nahrungsmittel – vor allem Brot – in unserem Haushalt weggeschmissen werden. Ich bin halt restkatholisch, wie die Meisten meiner Generation, die im Rheinland aufgewachsen sind. So was ist anscheinend genetisch bedingt. Gepaart mit deiner Sparsamkeit erzeugte deine Frömmigkeit aber auch einige unglaublich skurrile Geschichten. Zum Beispiel die mit der Marienfigur und dem elektrischen „Ewigen Licht“. Ein Ensemble, welches in einer vergitterten Nische in unserem Treppenhaus stand. Du hast allabendlich gewartet, bis alle ins Bett gegangen waren, dann bist du runtergeschlichen und hast die Glühbirne mit dem kleinen, rosaroten Kreuz ganz leicht in der Fassung nach links geschraubt, um sie am nächsten Morgen, bevor alle anderen aufgestanden waren, mit einem Dreh in die entgegengesetzte Richtung wieder zum Leuchten zu bringen. Wir haben dich alle in dem Glauben gelassen, deine nächtlichen Aktionen nicht bemerkt zu haben aber keiner von uns konnte fassen, dass du allen Ernstes auf diese Weise Strom sparen wolltest. Vor allem aber war uns schleierhaft, wie du dein Handeln vor dem „Herrjott“, der ja schließlich seine Augen überall hat, rechtfertigen wolltest. Geschichten wie diese brachten mir schließlich den Spitznamen „Bapp“ein, denn immer öfter musste ich meinen Freunden neue „Stories vum Bapp“ erzählen und schließlich wurde sogar meine, Mitte der siebziger Jahre gegründete Band, nach dir benannt. Auf dem Cover unseres ersten Albums stand: Wolfgang Niedeckens BAP (was soviel heißt wie W.N.`s Vater). Das zweite P haben wir gestrichen, weil ein Bandname mit drei Buchstaben auf der Bassdrum einfach geiler aussah. Zu dieser Zeit war die Sprachlosigkeit, in die wir uns hineinmanövriert hatten, nach und nach in einen Zustand des oberflächlichen Small-Talks mutiert . Wir hatten beide eingesehen, dass es wohl besser wäre, nicht mehr über Essentielles zu reden, weil das ja doch nur wieder auf Streit rauslaufen würde. Angefangen hatte die Streiterei Mitte der Sechziger, als wir gegensätzliche Meinungen über den Vietnamkrieg hatten und ich ungefähr zur gleichen Zeit herausbekommen hatte, dass du NSDAP-Mitglied warst, wenn auch nur als sogenannter „Märzgefallener“. Aber genau dieses Mitläufertum, deine Anpassung habe ich dir bei jeder sich bietenden Gelegenheit unter die Nase gerieben. Vielleicht war ich enttäuscht von dir, weil ich mich bis zu dieser Zeit – was Politik betraf – immer voll auf dich verlassen hatte. Vielleicht war es aber auch nur ein willkommenes Todschlag-Argument im ödipalen Kampf um die Gunst meiner schönen Mutter. Ich habe dich damit vor allem bei den Sonntags Frühstücken dermaßen unfair in die Ecke getrieben, dass ich mich später für meine Selbstgerechtigkeit und Respektlosigkeit schämte. Aber selbst das konnte ich dir damals nicht mehr gestehen, denn dafür hätte ich ja über meinen Schatten springen müssen. Unsere Beziehung hatte einen Kolbenfresser erlitten. Ab 1970 besuchte ich die Kunsthochschule um Freie Malerei zu studieren. Dir blieb damals gar nichts anderes übrig, als einzuwilligen, denn erstens hatte ich Mama auf meiner Seite und zweitens war ich ein Jahr vor dem Abitur von der Schule geflogen, weil ich ausschließlich meine Band im Kopf hatte und das Gymnasium nur noch als eine Art „Gasthörer“ besuchte. Im Hinterkopf hatte ich allerdings, dass ich sowieso Kunst studieren wollte und war mir sicher, dass ich die Aufnahmeprüfung schaffen würde. Als diese Hürde schließlich genommen war, habe ich relativ schnell eingesehen, dass sich die Tingelei mit der Band und das Studium nicht unter einen Hut bringen ließ, jedenfalls wenn ich mich nicht verzetteln wollte. Also hab ich schweren Herzens meine Gitarrenanlage und die heißgeliebte Fender- Telecaster verkauft und mich voll ins Kunststudium gestürzt. Du kannst mir glauben, dass ich ein fleißiger Student war , auch weil ich wusste, dass du dir große Sorgen um mich machtest. Vor allen Dingen aber, weil mir klar war, dass ihr alle, du , die Mama, Heinz und Käthi dieses Studium der „brotlosen Kunst“ durch täglich 12 stündige Arbeit in unserem Familienbetrieb finanziert habt. Ich erinnere mich noch an eins unserer selten gewordenen Gespräche, als du nach meinem Examen, in deinem grauen Kittel in meinem Atelier standst und man dir ansah, dass meine Bilder dich ausschließlich irritierten. Unsere Unterhaltung endete mit deiner Frage: „Kanns du eijentlich och e` Pääd mohle!?“ Was ich dir hoch angerechnet habe war, dass du Anfang der Siebziger, trotz all den Zweifeln an meinem Werdegang, als es um meine Wehrdienstverweigerung ging, in einem Brief an die Prüfungskommission geschrieben hast, dass du mich zum Pazifisten erzogen hättest. Erst sehr viel später, als ich selber Kinder hatte, habe ich begriffen, dass das nicht einmal gelogen war, denn man erzieht seine Kinder ja in erster Linie durch das, was man ihnen vorlebt. Du warst der friedliebendste Mensch, den man sich vorstellen kann. Du konntest keiner Fliege was zu Leide tun. Du hast beide Weltkriege erlebt und wusstest, was Krieg für die Zivilbevölkerung bedeutet. Allerdings wurdest du nie eingezogen. Insofern bezweifle ich, dass du dich wirklich in die Situation eines Frontsoldaten hineinversetzen konntest, der im Schützengraben auf das todbringende Himmelfahrtskommando wartet und dann im Kugelhagel unter Granat-Beschuss über die Leichen seiner, beim vorangegangenen Angriff gefallenen Kameraden auf einen unsichtbaren Feind losstürmen soll. Für den ersten Weltkrieg warst du erfreulicherweise zu jung, für den zweiten zu alt. Und als 1944 auch die älteren Männer und halbe Kinder doch noch in den Volkssturm gezwungen wurden, hat man dich als „unabkömmlich“ eingestuft, weil du in deinem Laden die Menschen rund um den Chlodwigplatz gegen Lebensmittelmarken mit dem Nötigsten versorgen musstest. Als wir beide einmal in den Fünziger Jahren im Rheinau-Hafen die Dosenmilch abholten, hast du mir erzählt, dass du hier gegen Ende des Krieges mit einem Gewehr und einer Armbinde versehen, Wache geschoben hast. Die Kölner Unterwelt – pragmatisch und unpolitisch wie sie war – hatte den Endsieg längst abgeschrieben und ließ sich auch von den drakonischsten Strafen nicht davon abhalten, ab und zu die Lagerhallen zu plündern. Das waren jedenfalls die einzigen Gelegenheiten, wo du mit einer Waffe in Berührung kamst. Du hast es gehasst. „ Vun mir uss künnten se och et letzte Luffjewehr zersäje“ hast du zu diesem Thema angemerkt. Trotzdem fandest du Adenauers Wiederaufrüstung richtig, weil in deinen Augen das „Gleichgewicht des Schreckens“ die einzige Möglichkeit war, den Vormarsch des Kommunismus aufzuhalten und gleichzeitig den Frieden zu sichern. Die Kuba-Krise habe ich als Elfjähriger im Eifel-Internat erlebt. Ich hatte damals panische Angst davor, dass jeden Moment der dritte Weltkrieg losgehen würde und ich dann von euch getrennt wäre. Also habe ich euch einen SOS-Brief geschrieben und den Umschlag in meiner Not mit sämtlichen ungestempelten Briefmarken aus meiner kleinen Sammlung frankiert. Im Konvikt St.Albert wurden nämlich unsere Briefe von den Patres zensiert und ich wusste, dass mein Hilferuf nie zu euch durchgekommen wäre. Irgendein einfühlsamer Postbote hat ihn euch tatsächlich zugestellt, obwohl Briefmarken aus San Marino, der DDR, Chile und Liechtenstein für diesen Zweck eigentlich untauglich waren. Jedenfalls habt ihr in Köln alles stehen und liegen gelassen, seid ins Auto gestiegen und habt mich abgeholt. Wir haben alle geheult wie die Schlosshunde und ich kann mich nach all den Jahren vor allen Dingen immer noch an das Gefühl der Erleichterung erinnern und an die Gewissheit, dass meine Eltern mich nie im Stich lassen würden. Dieses Gefühl nennt man Urvertrauen. Allerdings kann ich mir bis heute nur ungefähr erklären, wieso ich dich nicht zwei Jahre später, nach den Misshandlungen und sexuellen Übergriffen des Pater L. nicht zu Hilfe gerufen habe. Wahrscheinlich weil ich ein schlechtes Gewissen hatte, denn Pater L. „bestrafte“ einen ja immer dann, wenn man beispielsweise seine Lateinvokabeln nicht konnte und danach durfte man dann „zum Trost“ auf seinen Schoß. Ein zweiter Grund könnte gewesen sein, dass alles was mit sexueller Aufklärung zusammenhing Mamas Aufgabe war. Für so was warst du einfach zu katholisch. Mama war da anders drauf. Aber wie in aller Welt sollte ich meine Mutter fragen, ob es okay sei, wenn ein erwachsener Pater sich an meinem Hintern zu schaffen machte. Dass da irgendwas nicht stimmte ahnte ich zwar, aber die gesamte Situation überforderte mich schlicht und einfach. Erst durch den Zufall, dass du mich eines samstags zuhause nackt unter der Dusche gesehen hast und die Striemen auf meinem Rücken bemerktest, kam der Stein ins Rollen. Du hast unmittelbar dafür gesorgt, dass dieser Sadist versetzt wurde und mir dann verboten, dieses Thema jemals wieder zur Sprache zu bringen. Du befürchtetest, irgendetwas könnte an mir hängen bleiben. Und da war sie wieder, deine selbstverleugnende Fähigkeit zur Anpassung. Wäre es nicht deine Pflicht gewesen, diesen Sittenstrolch vor ein weltliches Gericht zu bringen und damit auch andere Kinder vor ihm zu schützen? Du hast ihn allen Ernstes mit einer Versetzung davonkommen lassen, anstatt ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Jetzt wo ich das schreibe, denke ich darüber nach, ob das vielleicht sogar der Ursprung unseres Auseinanderdriftens war, denn sogar zuhause war diese Thema von sofort an tabu. Wir haben nie wieder darüber geredet. Heute kann ich erahnen, wie schwer das alles für dich gewesen sein muss. Du warst mit Sicherheit hin und her gerissen, zwischen deinem vorbehaltlosem Glauben und der bitteren Realität. Dass sich ein Mann der Kirche an deinem Sohn vergangen hat muss für dich ungeheuer schwer zu verdauen gewesen sein. Am 18.September 1980 bist du gestorben, auf den Tag genau zehn Jahre nach Jimi Hendrix. Unser erstes Album hast du noch miterlebt und was die Texte betraf, als „Unverschämtheit“ bezeichnet, was mich auf Grund deiner CDU Nähe nicht wirklich gewundert hat. Außerdem warst du der Meinung, bei uns müsse (Zitat) „...e` Mädche singe, dat och jet darstellt singen“, und diesen Satz hast du gestenreich mit deiner Idealvorstellung von weiblichen Formen untermauert. Von meinen stimmlichen Qualitäten hatte ich dich also auch nicht überzeugen können. Dazu muss man allerdings wissen, dass dein Lieblingslied Gittes “Ich will `nen Cowboy als Mann“ war und dass du mit meinen englisch singenden Kollegen überhaupt nichts anfangen konntest. Aber wer aus deiner Generation konnte das schon?! Unser zweites Album hast du knapp verpasst und auf dem dritten erschien dann das Lied, dass ich ein halbes Jahr nach deinem Tod für dich geschrieben hatte. Es heißt „Verdamp lang her“ und besteht aus lauter Gesprächsfetzen, die irgendwann mal zwischen uns Beiden hin und hergeflogen sind. Aus Lebensweisheiten, Erklärungsversuchen, Geständnissen, Ratschlägen, Wünschen und vor allem aus der traurigen Erkenntnis, dass es für ein klärendes Gespräch jetzt endgültig zu spät sei. Wer was gesagt hatte wurde im Laufe der Jahre immer unwichtiger, obwohl ich persönlich mich immer noch daran erinnern kann aus wessen Mund welche Sätze kamen. Wann immer wir dieses Lied, welches maßgeblich für unseren überregionalen Durchbruch (und somit auch für unser wirtschaftliches Auskommen) sorgte, seit fast vier Jahrzehnten in unseren Konzerten spielen, gibt es regelmäßig den Moment, wo ich das Gefühl habe, du ständest in deinem grauen Kittel neben mir auf der Bühne, um mir zu stecken, dass alles okay sei. Dass du endlich aufgehört hättest, dir Sorgen um mich zu machen. Und manchmal, wenn ich an dich denke, male ich mir aus, wie du – mit deinem Kinderglauben – auf einer Wolke sitzt, zu uns runter schaust und grinst. Denn mittlerweile habe ich selbst vier erwachsene Kinder, die alle versuchen als Freiberufler ihr Ding zu machen. Aber vielleicht grinst du ja auch gar nicht, sondern machst dir um deine Enkel ähnliche Sorgen, wie ihr Vater, dein geliebtes schwarzes Schaf. Es scheint zu stimmen, was unser Kunstgeschichtsprofessor uns in den Siebzigern beigebracht hat. Nämlich, dass die Geschichte mit einer Wendeltreppe vergleichbar ist: Alles wiederholt sich, allerdings immer auf einer anderen Ebene. Alles Liebe Dein Wolfgang Ps: Zwanzig Jahre später habe ich übrigens noch mal ein Lied für dich geschrieben: „Suwiesu“. Es handelt von einem Kerl, der nicht am Steuer eines Opel P4 sitzt, sondern am Ruder eines Rheinfrachtschiffes steht und es stromaufwärts, an Untiefen und Klippen vorbei steuert. Von einem, der fest gewillt ist, sich nicht unterkriegen zu lassen und meistens einen Weg findet, wie er mit den Wechselwinden des Lebens klarkommt. Ich denke, dass ich nicht nur diese Fähigkeit von dir geerbt habe.

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