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Montag, 09. Dezember 2013, bis Sonntag, 15. Dezember 2013 – Köln / Berlin

Montagmorgen fliege ich nach Berlin, wo mich der Kollege Maschine, der Sänger der Puhdys vom Flughafen abholt. Er hatte vor Monaten angefragt, ob ich bei einem Song seiner im März erscheinenden Solo-Platte mitsingen wollte. Da ich den Kerl seit unserem ersten Treffen ausgesprochen sympathisch finde, habe ich zugesagt. Kurz danach traf dann ein Demo des betreffenden Songs mit der Bitte um eine zusätzliche Kölsche Strophe bei mir in Köln ein. Gesagt, getan. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Kooperation auch ein Symbol ist, denn nach 24 Jahren Mauerdurchbruch und 29 Jahren BAP-DDR-Tour-Debakel wächst da endlich mal was zusammen, was eigentlich schon immer zusammen gehört hat. Schließlich sind wir von denselben Beat-Bands sozialisiert worden, bloß dass BAP das Privileg hatte, im freien Teil Deutschlands auszuwachsen.
Damals im Januar 1984 hatten die Puhdys unseren Gig im Palast der Republik gespielt, nachdem wir uns nicht zensieren lassen wollten und abgereist waren. Natürlich unterhalten wir uns ein weiteres Mal über diese, für alle Beteiligten unbefriedigende Affäre. Ich für meinen Teil kann mich längst in meine Ost-Kollegen reinversetzen. Jedenfalls wäre es sehr scheinheilig, wenn ich behaupten würde, dass ich damals an ihrer Stelle anders gehandelt hätte. Abends bin ich wieder zuhause.

Dienstagsabends gehe ich mit Tina und meinen Söhnen ins Cinenova zur Premiere des neuen Jim Jarmusch-Films „Only Lovers Left Alive“, wo ich sogar dem Meister vorgestellt werde. Wer hätte gedacht, dass Jim Jarmusch jemals einen Vampir-Film drehen würde?! Bis auf eine leicht nervige ZDF-Reporterin ein gelungener Abend, an dem nach 22:00 Uhr sogar noch Live-Musik stattfindet. Unter anderem spielt J.J. mit seiner Band Sqürl, was ich allerdings versäume, da der Zeitplan leicht ins Rutschen geraten ist und bei mir der Sandmann vorstellig würde.

Eigentlich hatten Tina und ich vor, uns am 11.Dezember, also am Mittwoch auf eine kleine Amsterdam-Reise anlässlich unseres 20.Hochzeitstages zu begeben, aber da Jojo mit Fieber daniederliegt, verschieben wir das Vorhaben, da unser Küken ansonsten alleine zuhause rumgehangen hätte. Schade, aber das hat auch seine Vorteile, denn auf meinem Schreibtisch türmen sich -trotz sämtlich guter Vorsätze- wieder Riesen-Papierberge auf. Wir gehen an unserem Jahrestag lecker essen und gut ist. Des Weiteren dealen wir aus, dass ich meine Frau auf einem Weihnachtsmarkt-Bummel begleite und sie ausnahmsweise am Freitag mal mit zum Fußball geht (Karmapunkte!!).