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Sonntag 9. Juni 2013 - CH-Solothurn, Kofmehl

Den gestrigen off-Tag haben wir zu unser aller Freude noch in Luzern verbracht, was für Isis und mich auch bedeutete, noch einmal - diesmal etwas ausführlicher - durch die Stadt zu streunen. Erfreulicherweise findet heute bei strahlendem Wetter ein Flohmarkt statt, auf dem ich mich mit Sicherheit länger aufgehalten hätte, stände da nicht eine letzte Korrekturdurchsicht des neuen Buches an. Auch die endgültige Foto-Auswahl steht an. Gar nicht so einfach, sich gegen einige der in Frage kommenden Fotos zu entscheiden, aber es muss sein. So setzen wir uns in einen Park mit Seeblick, Isis liest „Schatten des Windes“ auf englisch und ich lese zum wiederholten Mal die „Zugabe“ durch, zum ersten Mal nachdem Jens, unser Lektor, das Buch zwischen gehabt hat. Einige schmerzhafte Streichungen, aber er hat wohl Recht, denn die Zugabe darf das Konzert auf keinen Fall an Umfang übertreffen. Abends laden uns Schweizer Freunde zum Essen ein. Am Sonntagmittag machen wir uns auf den kurzen Weg nach Solothurn. Irritierenderweise hatte in unserem Tourplan „Kofmehl“ gestanden, was aber lediglich der Name des Veranstaltungsortes ist. Wir sind alle überrascht, wie jung dieses Kofmehl-Team ist, lauter Kids im Alter meiner Kinder, von Jojo bis Severin. Nicht einfach, denen das Siezen abzugewöhnen, ich resigniere. Das Logo dieses Rock-Clubs zeigt einen stilisierten Kuhschädel, wozu ich natürlich meine Geschichte habe. Von daher bestreite ich auch das Hauptprogramm in einem T-Shirt mit diesem Motiv. Wir spielen heute auch mal „Drei Wünsch frei“, nur um unsere aktuelle Version mal aufzunehmen und nach Luxemburg zu schicken, denn dort werden wir diesen Song und „Amerika“ mit einer lokalen Big Band aufführen. Langsam wird es nämlich Zeit, dass sich mal einer ein paar Gedanken über das jeweilige Arrangement macht. Als wir „Drei Wünsch frei“ beim Gig spielen, wird mir bewusst, wie viel Zeit seitdem vergangen ist. Kann sich überhaupt noch einer daran erinnern, dass es mal so was wie Sendeschluss beim TV gab und Punkt 24.00 Uhr die Nationalhymne abgespielt wurde? Bei all dem Scheiß, der mittlerweile im Fernsehen läuft, wünsche ich mir manchmal diese Zeiten zurück. Trotzdem ist es ungeheuerlich, wie gut diese Nummer nach dreißig Jahren immer noch ankommt. Überhaupt ein großartiger Gig und dabei noch nicht mal dermaßen schweißtreibend wie bei dieser proppenvollen Bude befürchtet.