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Montag, 13.Mai 2013 – Beni – Goma – Kigali - Amsterdam - Köln

Am Beni-Mavivi-Airport versucht man uns abzuzocken, aber der Flughafen Chef hat seine Rechnung offenbar ohne Ted Rock Heareau, Georg Dörken und unseren Botschafter gemacht. Unsere drei Musketiere bleiben hart und lassen aus Beni ein „Dokument“ nachkommen, aus dem man ersehen kann, dass wir von der dreifachen Airport-Tax befreit sind. Allerdings kostet das Zeit und somit können wir den Termin, den wir über „Gemeinsam für Afrika“ zu einem Aids-Waisenhaus der „Kindernothilfe“ in Ruanda vereinbart hatten, nur noch absagen. Es ist und bleibt zum Kotzen. Ted fliegt uns schließlich nach Goma, wir überqueren die Grenze ohne Fisimatenten und fahren entspannt über eine schlaglochfreie Straße die obligatorischen dreieinhalb Stunden nach Kigali zurück. Erst, wenn man aus dem Ostkongo kommt bemerkt man, mit welchen Riesenschritten sich Ruanda und vor allem Kigali zum Singapore Afrikas entwickelt. Und wenn man sich die Frage ehrlich beantwortet, in welchem der beiden Länder man denn lieber mit seiner Familie leben würde – Überwachungsstaat hin oder her – so glaube ich, dass ich mich im Zweifelsfall dann doch für Ruanda entscheiden würde. Jedenfalls geht man hier beim geringsten Versuch zu korrumpieren ins Gefängnis, was schon mal eine gute Grundvoraussetzung für eine ordentliche Entwicklung bedeutet. Um 20:20 Uhr nehmen wir den KLM-Flieger, der uns nach einer Zwischenlandung in Entebbe nach Amsterdam bringt. Hier trennen sich dann unsere Wege. Einer fliegt nach Hamburg, zwei nach Berlin, eine nach Frankfurt und vier nach Köln. 10:30 Uhr erwartet mich Tina am Köln/Bonner Flughafen, wir fahren Wolfgang Jamann nach Hause, noch eine Runde mit Fussel durch den Volksgarten, und dann hat mich der Kölner Alltag wieder.
Und jetzt kann ich’s ja auch zugeben: Vor dieser Reise hatte ich ausnahmsweise tatsächlich mal richtig Muffe.
Aber es hat sich wirklich gelohnt, ich habe dazugelernt. Übrigens: Wer sich wirklich für den Kongo interessiert, dem sei folgendes Buch wärmstens empfohlen:
„Kongo. Eine Geschichte“ von David Van Reybrouck (Suhrkamp Verlag).