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Freitag, 26.Oktober 2012 - Hamburg, Thalia

Die Woche über habe ich mich im Wesentlichen mit der Vorbereitung auf eine weitere Lesereise befasst.
Am Mittwoch Abend im Odeon auf der Severinstrasse, Trude Herrs ehemaligem Theater und noch davor „unser“ Rhenania-Kino, in dem ich unter anderem den ersten Beatles-Film gesehen hatte, läuft nochmal im Rahmen einer Benefizaktion Wim’s BAP-Film. Angesprochen wurde ich dazu vom Kölner Künstler Cornel Wachter. Es geht um die Restaurierung des Steinway-Flügels des Humbold-Gymnasiums. Der gesamt Erlös aus den Ticket-Verkäufen einer Reihe von Musikfilmen, die jeweils einen Prominenten als Pate haben, geht also an die Schule, auf der ich immerhin vier Kinder hatte, bzw. habe. Bevor der Film losgeht, plaudere ich noch ein paar Minuten mit der WDR-Journalistin Anke Bruns – quasi eine Art Einführung. Eine schöne Erfahrung für mich, diesen Film jetzt noch einmal nach langer Zeit im Kino zu sehen.

Heute sammelt mich Didi ein, um mit mir erneut nach Hamburg zu fahren. Irgendwie komisch denn obwohl Hoffmann & Campe ja ein Hamburger Verlag ist, hatten wir es nicht geschafft einen Termin für eine komplette Lesung am Thalia zu finden. Das einzige, was wir diesbezüglich in Hamburg hingekriegt hatten, war eine Rundfunk-Präsentation mit deutlich verkürztem Programm. Zu doof, dass ausgerechnet heute mein alter Freund Ludwig von Otting, der Geschäftsführer des Thalia in Athen weilt, im Bob Wilson Premiere von „Odyssee“ beizuwohnen. Heute vor 27 Jahren hatte er Brigitta Pütz geheiratet und ich war mitten in der „Salzjebäck und Bier“-Tour ihr Trauzeuge. Lange Geschichte, schon dass ich wenigstens Lily, eines ihrer drei Kinder, heute treffen kann. Brigitta ist jetzt auch schon wieder seit zwei Jahren tot. Et jeht immer wigger.

Erstaunlich, wie selbstverständlich meine Lesung abläuft. Man könnte meinen, ich sei erst gestern damit aufgetreten, dabei waren die letzten beiden Veranstaltungen dieser Art Anfang Juni im Kölner Gloria. Bergabwärts geht’s einfach schneller. Das Programm hat jedenfalls einen unglaublichen Flow. Sollte mich von der Songauswahl her nicht irgendwann etwas langweilen, könnte ich mir vorstellen, dass das Set jetzt so bleibt.
Anne sitzt im Publikum und Oliver ist angereist, damit wir uns mal mit Jens Petersen, unserem Lektor, zusammensetzen, schließlich sind wir mit unserem zweiten Teil schon ziemlich weit. Im Verlauf der kommenden Woche werden wir beide unterwegs weitere Gespräche aufnehmen, die dann wieder als Rohmaterial für die Fortsetzung meiner Autobiografie dienen. Oliver’s heutiges „Vorwort“ fällt besonders lustig aus, weil er inzwischen ebenfalls Neil Youngs „Hippietraum“ gelesen hat und daraus zitiert. Mit Gert Scobels Sendung „Buchzeit“, in der wir uns unter anderem auch über N.Y.’s Autobiografie unterhalten hatten, sind wir ganz nebenbei: höchst zufrieden. Der Aufwand hat sich gelohnt. Schade, dass ich heute nicht an der David Hockney’s Vernissage im Kölner Ludwig-Museum teilnehmen kann, auch über ihn hatten wir in der „Buchzeit“ geredet. Robin wird mich vertreten und ich werde mir die Ausstellung zu gegebener Zeit mal in aller Ruhe anschauen.