Niedeckens BAP - Startseite

Seebronn - Rock of Ages

Nach einer eher entspannten Sommerferienwoche in Köln (nur zwei Tage Kronenburg, um einen weiteren Text zu schreiben), setze ich mich in Köln in den ICE und lasse mich nach Stuttgart chauffieren, wo Didi auf mich wartet. Weiter mit dem Auto nach Seebronn bei Rottenburg. Ehemalige Veranstalter des Balinger-Festivals, wo ich sowohl mit den Leoparden als auch mit BAP gespielt habe, stellen hier zum zweiten Mal das “Rock of Ages“ auf die Beine, eine Mischung aus Klassik- und Hardrock-Festival.

Dementsprechend die Szenerie: Viel schwarz, viel Leder, Ketten, Tattoos ... was man so braucht. Ab der zweiten Band („Krokus“ die Schweizer Scorpions) kriege ich alles mit, geht gut ab.

Die Trommler scheinen mir allesamt Bonham-Fans zu sein, ordentliche Riffs: Nur der in Metallkreisen so beliebte Kreissägengesang bereitet mir Unbehagen. Egal, Geschmackssache - vermute mal, dass die Jungs mit meinem Genöhle auch nicht allzu viel anfangen können. Jedenfalls ist die Stimmung vor, auf und hinter der Bühne ausgesprochen herzlich. Aber das sind wir ja von Veranstaltungen dieser Art schon gewohnt. Keine Ahnung, auf wie viele Kollegenfotos ich vor und nach unserem Gig gebeten wurde.

Sind erst kurz vor halb Elf auf der Bühne und sollen schon um Mitternacht fertig sein. Geben uns zwar Mühe, dieser Bitte nachzukommen, aber trotz allen Kürzungen („Maat et joot“ und „Jraaduss“ fallen sogar noch im Verlauf der Zielgeraden aus dem Programm) haben wir um 23:59 beim letzten Ton von „Nemm mich met“ noch nicht „Verdamp lang her“ gespielt. Der strikte Curfew wird also um acht Minuten gedehnt und alle sind glücklich. Auch die Veranstalter, die uns unbedingt in zwei jahren wieder buchen wollen.

Nach der Show sitze ich noch mit einem Ehepaar, das ich vor kurzem in Kigali/Ruanda kennengelernt hatte, zusammen. Ich erhalte einige äußerst sachdienliche Hinweise und interessante Kontakte. Schade, dass ich es im August nicht schaffen werde, außer nach Gulu auch noch wenigstens nach Kigali zu fahren. Aber sinnvoller ist es sowieso, die komplette Kivu-See-Region (Ruanda, Burundi und den Ostkongo) bei einer gesonderten Reise zu erkunden.