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Kigali, Ruanda, Hotel des Mille Collines

Unfassbar, da bin ich doch tatsächlich exakt in dem Hotel gelandet, in dem Gil Courtemanches Roman „Ein Sonntag am Pool von Kigali“ und der Film „Hotel Ruanda“ spielt. Es kommt mir so vor, als sei ich erst vorgestern mit Courtemanche auf Lesereise gewesen.

Die Anreise hierher war dann doch etwas abenteuerlicher als gewohnt, keine komfortablen World Vision – Jeeps mehr, Überlandbus war angesagt. Stehen pünktlich zur Abfahrt um 9:00 Uhr auf dem Busbahnhof von Kampala, als dieses geschundene Gefährt, aus Dar-es-Salaam, via Nairobi kommend, eintrifft und den Großteil seiner Passagiere ausspuckt. Kurzes Durchfegen, Stoßdämpferschrauben nachziehen und ab geht’s. Minimale Pinkelpausen, den längsten Zwischenstop bietet der Grenzübergang von Uganda nach Ruanda, wo man unser Gepäck peinlich genau auf Plastiktüten (!) untersucht. Solche sind in Ruanda nämlich aus „Environmental Reasons“ verboten. Sie werden konfisziert und vernichtet, während man von einem „zufällig“ anwesenden Zollmitarbeiter braune Papiertüten für beispielsweise seine Schmutzwäsche erwerben kann.
Der Busfahrer fährt wie der Henker selbst, aber was geht uns das an? Wir haben ganz hinten Platz genommen und letztendlich haben unsere diesbezüglichen Stoßgebete offensichtlich Gehör gefunden. Ankunft bei Sonnenuntergang, Abendessen am Pool von Kigali, die Uhr auf MEZ zurückgestellt und vorbei an einem Dutzend wunderschöner „Girlfriends for tonight“ brav aufs Zimmer, wo die allgegenwärtigen Schwadroneure von CNN auf uns warten: Daimler hat Chrysler abgestoßen, die Börse jubelt, was will man mehr. Alles wird gut.