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Brüssel-Landesvertretung Baden-Würtemb.

Vorgestern noch war ich auf der Bonner Museumsmeile, um The Who zu erleben. Obwohl das erste Drittel der Show zunächst arg unter Pete Townshends Aggressivität gegenüber seiner Crew litt, hatte ich schließlich doch noch Spaß am Konzert. Offensichtlich kam da zuvor kein ordentlicher Soundcheck zu Stande. Jedenfalls muss Townshend ein Grund-Feedback auf seinen Monitorboxen gehabt haben, das erst ein Ende fand, nachdem er sein Miko unmittelbar vor den Lautsprecher hielt. Das führte natürlich dazu, dass ein unerträglich lautes Feedback die Ohren sämtlicher Teilnehmer ruinierte.

Auch das servile Verhalten „seines“ Sängers Roger Daltrey, mit ihm der einzige Überlebende der Originalformation, ihm gegenüber hatte etwas Beschämendes. Jedem hier war aber klar, dass aus diesem Abend noch etwas werden kann, wenn sich die Laune des Meisters bessert, was dann unerwarteter Weise sogar noch passierte. Trotzdem blieb dieses Konzert deutlich hinter der Quadrophenia-Aufführung Ende der Neunziger in Dortmund zurück, wo Ringo Starrs Sohn Zak Starkey die Felle bediente, als hätte ihm Keith Moon selbst die Schlagzahl vorgegeben. Heute jedoch wirkte er, wie auch die restlichen zwei Söldner, eigenartig verschüchtert. Vielleicht (hoffentlich!) ist das darauf zurückzuführen, dass sich die Tour noch in ihrer Anfangsphase befindet.

Heute jedenfalls spiele ich in der Landesvertretung von Baden-Würtemberg in Brüssel auf Einladung der Firma Würth (siehe 25.Juni) mein Dylan-Programm. Bin extra früh hierher gefahren, um noch genug Zeit zu haben, mich in dieser Stadt herumzutreiben, in der wir immerhin zweieinhalb Alben (Da Capo, X für ’e U und die Hälfte von Pik Sibbe) aufgenommen haben.

Direkt neben der Landesvertretung befindet sich das Goethe-Institut, wo ich vor inzwischen 5 Jahren ausgestellt habe, aber ganze Stadtteile sind kaum noch wiederzuerkennen. Die europäischen Institutionen haben viel verändert. Gott sei Dank ist in der Touristen-Gegend rund um den Grand Palace fast alles noch wie damals. Sentimental Journey natürlich, vieles fällt mit wieder ein, an das ich lange nicht mehr gedacht habe. Sehe mich noch mit meinen, damals noch nicht einmal schulpflichtigen Söhnen, hier herumspazieren und natürlich fallen mir auch meine damaligen musikalischen Mitstreiter wieder ein, sowie die eine oder andere Begebenheit während der Sessions.

Mein Programm habe ich leicht gekürzt , zwei Songs weniger als üblich und hier und da eine Abkürzung im Text, aber die Angelegenheit geht flüssig von der Hand und ich denke, die Leute haben Spaß daran gehabt. Danach noch gemütlicher Ausklang im Garten der Landesvertretung, ein paar Snacks, ein Gläschen Wein und angemessen frühe Nachtruhe. Denn das bevorstehende Wochenende dürfte es in sich haben.