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Wächtersbach - Schlosspark

Von der letzten NRW-Sommerferienwoche verbringe ich erneut zwei Tage allein in Kronenburg, wo mir doch tatsächlich auf Anhieb ein weiterer Text zu einem Micha-Demo gelingt.

Habe sogar noch ausreichend Zeit, mir die neue 4-fach DVD der Stones und die äußerst empfehlenswerte, erst im vorigen Jahr erschienene Chuck-Berry-Doppel-DVD „Hail!Hail! Rock’n’Roll“ anzusehen. Des weiteren schaffe ich es noch in aller Ruhe JR Moeringers „Tender Bar“ zu Ende zu lesen, ebenfalls höchst empfehlenswert. Wer auf John Steinbecks Schelmenromane, auf Frank Sinatra und Männermusik à la Neil Young steht, kommt an diesem Buch nicht vorbei.

Der Weg nach Wächtersbach führt über Frankfurt, wo mich Didi vom Bahnhof abholt. In der Schirn-Kunsthalle wartet die A.R. Penck-Retrospektive auf uns. Zugegebenermaßen für den Kunstlaien harte Kost - möchte nicht wissen, wie oft angesichts seiner Strichmännchen der Satz “Das kann meine sechsjährige Tochter auch“ fällt. Kann selbst auch nicht mit allen seiner Arbeiten was anfangen. Aber da sind schon ein paar Knaller dabei. Vor allem eins seiner frühen Bilder „Weltbild 1“ (1961) hat es mir angetan. Bewundernswert, wie sich dieser Kerl damals mit dem in der DDR verordneten „sozialistischen Realismus“ angelegt hat, indem er sich in seine archaischen Bilderwelten zurückgezogen hat. Totale Verweigerung. Der Spieler geht zurück auf Anfang. Höhlenmalerei, Basta! Unvergessen wird mir auf ewig sein Plakat sein, dass er im Winter 92/93 für das Leipziger „Gewalt ätzt“ – Konzert gemalt hat. Wunderbar, aber als es bei uns eintraf, war die Veranstaltung schon zwei Wochen vorbei.

Weiter geht’s nach Wächtersbach, wo eine örtliche Initiative im ansonsten weitgehend ungenutzten Schlosspark in diesem Jahr zum ersten Mal ein Sommer Open Air veranstaltet.

Eine ordentlich rockende Vorband, phantastisches Wetter. Wir erleben einen wunderschönen Sommerabend, an dessen Ende ich es einfach nicht übers Herz bringe, diesem seligen Publikum noch „Noh Gulu“ zuzumuten. Wir lassen sie „Wellenreiter“ singen und verabschieden sie dann in die Nacht. Wird auf Dauer sowieso ein Problem, der Song muss unbedingt an zentraler Stelle ins Programm, damit wir die Zielgerade unbeschwert angehen können. Vielleicht vor Kristallnaach?!