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Sonntag, 30.Juni 2013 – B-Eupen/Musik-Marathon

Schon um 13:00 Uhr fahren wir in Köln los, um nur ja nichts Wesentliches vom Festival-Programm zu verpassen. Die ganze Innenstadt ist abgesperrt und es gibt so was wie einen Parcours der einen an sämtlichen Bühnen vorbeiführt. Die Garderoben sind Privat-Wohnungen, die den Künstlern für diesen Tag zur Verfügung stehen. Mache mich also mit Isis auf den Weg, wir genehmigen uns an einem Mexican-Food-Stand einen vegetarischen Wrap und lauschen den verschiedensten Darbietungen, vom Straßenmusiker-Duo mit Querflöte und Slide-Guitar über die Hard-Rock spielende Schülerband bis zur Rockabilly-Kapelle. Das Wetter könnte man durchaus als sommerlich bezeichnen und die Menschen machen den Eindruck, dass sie den Tag genießen wollen. Viele Familien sind unterwegs, wage nicht mir vorzustellen, wie das hier bei Regen ausgesehen hätte. Max Herre und seine großartig groovende Band sehe ich mir im Publikum stehend an, bis mir die Handy-Fotografiererei zuviel wird. Von hier aus hat man definitiv den besten Sound, da die Band mit In-Ear-Monitoring arbeitet und dementsprechend nicht viel durch die Monitorboxen kommt. Rea Garvey spielt als nächster, ebenfalls mit einer perfekten Band. Vor ca. zehn Jahren hatte er ebenfalls hier in der Gegend mit Reamonn auf einem Festival vor uns gespielt. Schade, dass er direkt nach dem Gig nach Hamburg aufbrechen musste, hätte gerne etwas geplauscht. Wir sind um 22:00 Uhr dran, und ich merke, dass das Publikum schon ziemlich in den Seilen hängt. Es dauert etwas bis die Leute aus dem Quark kommen, aber unter Zuhilfenahme sämtlicher Tricks schaffe ich es, sie wiederzubeleben. Kurz vor Mitternacht geht das Eupener Musik-Marathon mit „Jraaduss“ zu ende und wir machen uns auf den Heimweg nach Köln, denn das Hotel, das man für uns gebucht hatte, steht in einem Aachener Vorort. Eine Dreiviertelstunde weiter und schon sinken wir in unsere eigenen Federn. Besser ist das. Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Die „Schunkelverbot-Aufhebung“ zur dritten Strophe von „Babylon“ hat noch nirgendwo so gut funktioniert wie heute Abend in Ost-Belgien. So weit man von der Bühne aus sehen konnte, haben die Leute geschunkelt, obwohl das zu diesem Takt eigentlich gar nicht geht, denn „Babylon“ ist alles andere als ein Walzer.