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Sonntag, 01. Juni 2014 - Göttingen/Lokhalle

Da die Show heute bereits um 19:00 beginnt und wir in technischer Hinsicht sowieso einiges für den zweiten Tourteil neu einpegeln müssen, gilt es möglichst früh vor Ort zu sein. Auch ein längerer Soundcheck ist anbetracht des ersten Gigs mit Sönke angebracht, um nochmal die eine oder andere Nummer durchzuspielen. Vor allem natürlich die neue Kristallnaach-Version mit Saz und Autoharp, die ich beim vorigen Logbuch-Eintrag völlig vergessen hatte. Anne hat nämlich auch aufgerüstet und sich dieses seltsame Instrument, eine Art Zwitter aus Akkordeon und Harfe zugelegt, um unserem Sound eine weitere Facette hinzuzufügen. Diese Lokhalle ist nicht zu vergleichen mit der in Gerolstein, hier handelt es sich um eine riesige Halle, die je nach Bedarf mit Vorhängen unterteilt wird und wegen all der Stoffbahnen dann auch ganz ordentlich klingt und sogar relativ intim wirkt. Allerdings nicht im Ansatz zu vergleichen mit dem Nürnberger Opernhaus oder der Laeiszhalle in Hamburg. Aber das hat auch keiner wirklich erwartet. Beim Sommerteil der Tour kommt es ohnehin auf Flexibilität an; vor allem wenn wir dann ab Bad Hersfeld tatsächlich öfter draussen spielen als drinnen. Mitten in den Soundcheck platzt dann die Nachricht, dass es Fortuna Köln beim Relegationsspiel in München tatsächlich geschafft hat, in die Dritte Bundesliga aufzusteigen. Wir freuen uns alle besonders für unseren Haus und Hof-Grafiker Mattes, der seit Jahrzehnten seinem gebeutelten Verein die Stange hält und selbstredend auch in München dabei war. Der Gig verläuft äusserst entspannt und die kleineren Macken fallen alle unter Peanuts. Es gibt einfach Sachen, die man nicht proben kann, wie bestimmte Übergänge, Instrumentenwechsel, sowas braucht Routine. Sönke macht seinen Job absolut professionell, wagt sich natürlich noch nicht so nach vorne wie wir das von Rhani gewohnt sind, aber gut Ding will schließlich Weile haben. Schön höösch!!!. Die Kristallnaach-Version funktioniert schon ganz gut, müssen wir aber am Dienstag in Bonn nochmal ran. So bin ich mir beispielsweise nichts sicher, ob ich die erste Strophe singen oder sprechen sollte. Die Saz und die Autoharp funktionieren jedenfalls prächtig. Für "Anna" haben wir jetzt auch mal die ideale Position in der Setliste gefunden, nämlich als erste Zugabe. Zufällig ist der Platz freigeworden, weil ich momentan "Verjess Babylon" etwas über habe. So ist das halt mit den lustigen Songs, da verhält es sich wie mit Witzen, die man schon tausendmal erzählt hat, bis man selber nicht mehr drüber lachen kann. Irgendwann funktionierts dann wieder und alles ist gut. Auch "Songs sinn Dräume", dass durch die Aufnehmerei in Köln am letzten Tag nochmal in den Fokus gerückt ist, macht mir plötzlich als vorletztes Lied mehr Sinn als "Aureblecke", weil es auch als Motto für das komplette Programm aufgefasst werden kann.