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Samstag, 27.April 2013 – Nettetal/Lobberich, Werner-Jaeger-Halle

Viel zu früh kommen wir in Nettetal-Lobberich an, aber das „Best Western“ Hotel in der Bielefelder-Peripherie war dermaßen unsexy, dass wir alles auf eine Karte gesetzt haben - in der Hoffnung, die Gegend um die hiesige Werner-Jaeger-Halle hätte mehr zu bieten. Pustekuchen! Mache mich auf einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt und stelle fest, dass hier eine überdurchschnittlich hohe Geschenkboutiquen-Dichte herrscht. Immer ein schlechtes Zeichen, denn solche werden zumeist von ahnungslosen Glücksrittern betrieben, die dann auch in schöner Regelmäßigkeit pleite gehen. Dazwischen reichlich „KIK“ und sonstige Billigläden, die ihre Textilien beispielweise in Pakistan zu menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lassen. Die Ironie des Schicksals ist die, dass in dieser Gegend hier mal die Hochburg der textilverarbeitenden Industrie stattfand. Heute müssen die Leute von hier aus bis nach Düsseldorf oder sogar bis nach Köln fahren, wenn sie einen Arbeitsplatz suchen. Nach dem Soundcheck geht’s heute mal zum Italiener, der uns mit großem Brimborium bewirtet. Leider zeitlich ein wenig zu nah am Auftritt, so etwas werde ich mir in der Zukunft wieder verkneifen müssen, denn es sollten schon mindestens zwei Stunden dazwischen liegen, damit man halbwegs verdauen kann. Ist aber alles nicht so schlimm - wird halt ein sehr relaxter Gig. Die Akustik ist heute außergewöhnlich gut. Man kriegt kaum mit, dass Stimme und Instrumente überhaupt elektronisch verstärkt werden. Sehr selten bei einer Halle dieser Größe. Nach der Lesung fahren wir noch nach Hause, damit wir den Sonntag morgen auch schön in Köln aufwachen. Eine intensive Woche geht zu Ende. Ging dann doch leicht an die Substanz, obwohl sie tierisch Spaß gemacht hat.

So ähnlich kann’s weitergehen!