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Samstag, 15.Oktober 2011 und Sonntag, 16.Oktober 2011 – Bous/Thalia-Kino – Montag, 17.Oktober – Saarbrücken

Schräg durchs Elsass ins Saarland, wo „Patrick der Unheilbare“ von der BAP-Coverband „annacover“ wieder mal was Spezielles organisiert hat: Diesmal sind es zwei Lesungen im –wie ich feststellen muss- gemütlichsten Kino der Welt. Einem Provinzkino, das seit Generationen von der selben Familie geführt wird, die es durch Flexibilität und Unbeirrbarkeit geschafft hat, in Zeiten der Multiplexe in einer Nische zu überleben. Der relativ große Kinosaal ist großzügig in einzelne Abteile mit Tischen und ausreichend Beinfreiheit unterteilt, sodass man es sich mit Snacks und Drinks in der Tat richtig gemütlich machen kann, während man den Film seiner Wahl sieht. Der Ticket-Verkauf läuft mittlerweile über Vorbestellung, so beliebt ist das Thalia-Kino inzwischen. Dementsprechend intim dann auch meine zwei Lesungen und auch die Sonntagsmatinee, die im SR1 übertragen wird, genau genommen also drei Veranstaltungen, letztere allerdings ohne Musik, ausschließlich Talk. Samstag Nachmittag im benachbarten Elm, in einer Kneipe die Bundesliga-Konferenz und am Sonntag bin ich dann in der Tat verblüfft, denn die Überzeugungstäter von Thalia schaffen es doch tatsächlich, mir das Spiel des FC gegen Hannover exklusiv auf die Kino-Leinwand zu beamen. Poldi schießt beide Tore und ich wage es zu vermuten, dass es so (oder so ähnlich) im Himmel sein muss. Montag ziehen wir nach Saarbrücken ins Hotel Rodenhof um, ein Promotag steht an, ein Presseinterview nach dem anderen, lauter vertraute Journalisten und am Abend dann schließlich noch eine Stunde Radio beim SR mit Roland Helm. Merkwürdiges Gefühl, jetzt noch mal mit einer Art Promotour loszumüssen, denn gefühlsmäßig ist diese Phase ja längst abgehakt. Aber das ist nun mal der Preis dafür, die Open Airs vor der eigentlichen Tour zu spielen, ohne den Rückenwind einer Albumveröffentlichung. Nach der Radiosendung dann noch ins E-Werk, um mit dem geschätzten Kollegen Clueso und seiner wunderbaren Band „Für immer jung“ zu spielen. Bin zugegebenermaßen leicht nervös, weil niemand so richtig voraus sagen kann, wie dieses Publikum im Alter meiner Kinder wohl auf mein Auftauchen reagieren wird. Um es kurz zu machen, es wird grandios, wirklich sehr bewegend. Hätte der Songs noch eine Strophe länger gedauert, hätte ich vor Rührung geheult. Ein gutes Gefühl zu wissen, das Leute wie Clueso, aber auch der noch jüngere Kollege Max Prosa, der mit seiner Band das Vorprogramm auf dieser Tour bestreitet, die Fackel weiter tragen. Auch von diesem 22-jährigen Poeten wird man mit Sicherheit noch viel hören. Ebenfalls keine Eintagsfliege. Bisher gibt’s nur eine EP, im Januar soll ein komplettes Album erscheinen.