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Nordenham - Stahlhalle

Aufwachen im Wesertunnel kurz vor Nordenham. Zehn Minuten später fährt der riesige Nightliner vor dem „Hotel am Markt“ vor. Wir checken ein, frühstücken und widmen uns körperhygienischen Fragen. Mein persönlicher Versuch, noch eine Mütze Schönheitsschlaf nachzulegen, scheitert. Nehme mir mein Buch und breche bei phantastischem Wetter zu einem Spaziergang am Weserstrand auf. Der Fluss ist hier mindestens doppelt so breit wie der Rhein. Segelschiffe kreuzen, Containerschiffe ziehen vorbei, der Horizont ist makellos gerade, wie mit dem Lineal gezogen. Flachland.

Schräg links gegenüber, das muss Bremerhaven sein, wo wir zuletzt 82/83 gespielt haben. Seitdem sind diese Städte immer zugunsten von Bremen und teilweise auch Oldenburg ausgelassen worden. Um 17 Uhr fahren wir zum Soundcheck mit anschließendem Abendessen in die sogenannte „Stahlhalle“ der Firma Louis Müller, wo sich der Chef mit diesem Konzert einen lange gehegten Traum erfüllt. Er hat von langer Hand die Bestände seiner Lagerhalle so sortiert, dass hier an diesem Samstag das bislang größte Konzert stattfinden kann, das Nordenham jemals erlebt hat.

Kein professioneller Konzertveranstalter, sondern eine komplette Firma, die ansonsten Handel mit Metall betreibt, gibt sich allergrößte Mühe, etwas unvergessliches auf die Beine zu stellen. Was ihnen auch tatsächlich gelingt.

Wir spielen ein leicht gekürztes Set, weil es durch die Vorgruppe „Manx“ , die sich – wie man uns sagt – für diesen Gig eigens reformiert hat, schon 22 Uhr ist, bevor wir die Bühne betreten. Alles funktioniert wie gewohnt, spielen dann doch zwei Songs mehr als geplant. Ganz zum Schluss „Hungry Heart“ heute natürlich als Geburtstagsständchen, schließlich wird der Boss heute 57. Alter Sack!

Besonderen Spaß macht mir heute „Rövver noh Tanger“. Kunststück, denn schließlich werde ich in der kommenden Woche endlich wieder einmal alleine die besungene Strecke fahren, bevor ich dann am nächsten Sonntag meine Mädels am Flughafen in Agadir einsammle um zwei Wochen mit ihnen zusammen durch Marokko zu ziehen. Eine gewisse Vorfreude macht sich bemerkbar.