Montag, 26.September bis Mittwoch, 28.September 2011 – Köln
Drei Tage Proben mit der WDR BigBand. Auf der Setliste stehen endlich mal ausschließlich die „Deutschlandlieder“, jedenfalls die, die nach sämtlichen Überlegungen so was wie eine Ideallinie sein könnten. Natürlich läuft mit der Band alles so wie gewohnt. Zwei, drei neue Gesichter, aber auch die spielen – notenfest wie Musiker auf diesem Niveau nun mal sind – mit traumwandlerischer Selbstverständlichkeit. Wir verteilen noch ein wenig Chorgesang mehr auf Anne und Helmut und auch was die Gitarren betrifft, regeln wir die Anteile von Paul Shigihara und Helmut. Ganz so chaotisch wie beim BAPFEST muss es ja zwischen den Gitarrenhelden nicht jeden Abend abgehen. Damals passierte diesbezüglich so ziemlich alles aus der Hüfte.
Am Montagabend treffe ich mich auf Wunsch der „Zimmer Frei“-Redaktion mit Peter Brings und der Kölschen Legende Ludwig Sebus im „Kölsche Jung“ in der Weyerstrasse, um einen Einspieler für die Folge mit Hans Süper vorzuproduzieren. Rainer Ostertag – so was wie Hans’ Manager oder besser: Berater – hat alles vorbereitet und somit sind in dieser weiteren Süper-Stammkneipe auch genug Stammgäste anwesend, um die Illusion eines normalen Kneipenabends vorzugaukeln. Aber eigentlich ist da gar nichts mit „... so tun als ob“, denn all sind in optimaler Stimmung und ganz nebenbei entsteht das, was Heidi Oertel für die Sendung braucht. Wunderbar, in dieser Konstellation in dieser Art „Hard Kölsch Café“ mit Peter und Ludwig zu plaudern, vor allem unglaublich, wie fit L.S. im fortgeschrittenen Alter von 87 Jahren immer noch ist.
Dienstag und Mittwoch neben den Proben noch halbtags ein wenig Rennerei bezüglich unserer Jubiläumsbox, nicht einfach, sämtliche Einzelgewerke auf dem Schirm zu halten. Belohne mich, indem ich mir Mick Jaggers neues Solo-Album „Superheavy“ zulege. Kriegt zwar so gut wie überall vernichtende Kritiken, aber mich amüsiert es gewaltig. Kann es sein, dass die Ornithologen manchen Vögeln einfach keinen Spaß gönnen? Aber vielleicht fahren sie einfach nie mit offenem Fenster durchs spätsommerliche Köln. Für mich klingt das wie eine gutgelaunte Co-Operation zwischen Gentleman und den Stones, nicht unbedingt weltbewegend, aber immerhin mal was lebensfrohes. Ist ja auch mal schön.

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Ich grüße Wolfgang, seine Familie und alle Beteiligten von BAP. Die Nachricht über Wolfgangs Erkrankung hat mich sehr traurig gemacht. Hat mir aber wieder gezeigt das nichts und niemand dem Schicksal entgegentreten kann. Wolfgang, du (Ihr), habt mit euren Liedern und Texten so vielen Menschen Trost,Kraft und Mut gegeben. Diese Kraft wünsche ich nun dir und deiner Familie, damit Ihr auch in Zukunft alle lebenswerten Dinge GEMEINSAM leben könnt.
Es ist "verdamp lang her" aber mir fällt spontan eine Zeile eines eurer Lieder ein:
"Hühr ens, Wellenreiter, t'ess nit alles Driss. t'süht zwar baal su uss, doch et künnt sinn, dat – je nachdem – noch jet ze ändre ess."
In diesem Sinne gute Besserung und bess demnähx.
Jörg Engels aus dem Bergischen Land