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Mittwoch, 26.März 2014 – Leipzig / Gewandhaus

Um 15.00 Uhr ist unser kleiner „Fronturlaub“ beendet, wir treffen wieder beim Tourtross ein. Nach dem Soundcheck fährt Holger den Werner, Rhani und mich ins Café Cantona, wo wir uns ab 17.30 Uhr das Spiel gegen den KSC geben. Leider ohne Ton, dafür aber mit einer grauenhaften basslastigen Mucke, der anscheinend niemand zuhört. Ein und dasselbe Stück läuft immer wieder von vorne, bis ich die Bedienung darauf aufmerksam mache. Prompt fällt das zweite Tor für den F.C. (lag wohl an der Mucke).
Zurück im Gewandhaus erzählen Anne und Micha unabhängig voneinander, dass sie damals an den Montagsdemonstrationen teilgenommen haben, die sozusagen auch das Gewandhaus umkreist haben. Jetzt seien sie endlich da, wie sie hinwollten. Ist schon ein imposanter Saal, wo man von allen Plätzen aus gut sehen und hören kann. Backstage muss man Hänsel und Gretelmäßig Brotkrümel ausstreuen, damit man sich zurechtfindet, und zu der DDR-Architektur sage ich jetzt besser mal gar nichts. Natürlich denke ich während des Konzertes an all das, was wir seit der Wende hier erlebt haben. Möglicherweise ist mir die „Gewalt ätzt“-Kundgebung auf dem Augustusplatz im Winter 92/93 besser im Gedächtnis geblieben ist als manchem Leipziger. Viel passiert seither. Umso schöner, dass uns die Leute treu geblieben sind und sich auch hier auf unsere kleine musikalische Weltreise einlassen. Außer der Sache mit den vertauschten Mundharmonikas ein perfektes Konzert, aber das hat vermutlich keiner richtig mitgekriegt. Shit happens.