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Mittwoch, 11. Juni 2014, bis Samstag, 21. Juni 2014 – Köln / Düsseldorf

Kommt natürlich nicht von ungefähr, dass während der WM immer wieder längere Pausen zwischen den Tour-Stationen liegen, denn erstens wollen wir selber möglichst viele Spiele sehen und zweitens macht es keinen Sinn auf der Bühne zu stehen, wenn die Leute nur, weil sie irgendwann einmal ein Ticket erworben haben, als sie vermutlich noch nicht wussten, dass am entsprechenden Abend ganz wo anders der Papst boxt, hin- und hergerissen zum BAP-Konzert erscheinen bzw. ihr Ticket verfallen lassen.

Ich freue mich jedenfalls mir täglich mindestens zwei Spiele ansehen zu dürfen. Beim Mitternachts-Spiel kam mir allerdings bis auf Chile-Australien leider jedes Mal der Sandmann dazwischen.

Was sonst noch geschah:
Am Dienstag, dem 17. Juni, auf Einladung der Film- und Medienstiftung NRW zur alljährlichen Party in die Wolkenburg (, wo erfreulicherweise auch Fußball gezeigt wurde) und am Donnerstag zu den Rolling Stones nach Düsseldorf. Bei der Esprit-Arena (so heißt hier derzeit das Fußball-Stadion) hatte man vorsorglich das Dach geschlossen. Schade, denn so klingt das Ding noch beschissener als man das von riesigen Arenen ohnehin gewohnt ist. Hatte ich vor dem Konzert noch gesagt, die Hauptsache sei, dass Keith Richards Spaß hat, so denke ich nach diesem Abend dann doch leicht differenzierter über das Erlebte. Natürlich hatte ich nicht erwartet, an diesem Abend etwas anderes als ein Big Hits-Programm geboten zu kriegen, aber ich war schon einigermaßen erstaunt, auf welch wackligen Füßen selbst Millionen mal gespielte Songs wie „Brown Sugar“ heute daherkamen. Da half auch kein rumwuselnder Mick Jagger, der schadenbegrenzend böse Blicke verteilend sich um alles höchstpersönlich kümmern wollte. Bei mir blieb leider ein ziemlicher fader Nachgeschmack haften. Klar, Keith hatte Spaß (und das ist immer noch das Wichtigste!!!), aber ob die Stones sich einen Gefallen damit tun, wenn sie diese Inkasso-Tour auf Teufel komm raus ausreizen, wage ich dann doch zu bezweifeln. Ist halt auch nicht ganz einfach für die Akteure, in dieser Beziehung vernünftig zu sein, denn ich weiß ja selbst, wie großartig sich das anfühlt, unterwegs zu sein und abgefeiert zu werden.
Am Samstag, dem 21. Juni, in der Kölnarena dann das Fest, mit dem der Kölner Express sein fünfzigstes Jubiläum feiert. Wir spielen in kleiner Besetzung (Anne, Ulle, Werner und ich) ziemlich am Anfang der Veranstaltung, die eine Revue durch 50 Jahre sein soll, „Verdamp lang her“. Sehr erfreut, dass das Publikum in der proppenvollen Halle den Song in dieser Version dermaßen begeistert aufnimmt. Während Anne und Ulle bereits wieder im Zug nach Hamburg sitzen, bleibe ich noch in der Arena, denn erstens bat mich Tommy Engel mit ihm und Linus (, der Trude Herr vertrat!) „Niemals geht man so ganz“ zu performen und zweitens wird ganz am Schluss noch „Arsch huh, Zäng ussenander“ mit allen Beteiligten in ungeprobter Form angeboten, was auch unverhältnismäßig gut klappt. Das einzige, was hier schiefläuft, ist, dass anscheinend keiner dem F.O.H. was vom Saxophon-Solo erzählt hatte, welches der Saxophonist der Willi Ketzer-Band ganz weit hinten, gut versteckt hinter seinem Notenpult, beisteuern wollte. Erst als Henning von den Höhnern mit seinem Gesangmikro Abhilfe schafft, kann man erahnen, dass es sich an dieser fraglichen Stelle wohl um ein Saxophon-Solo handelt. Ist aber auch egal, bin jedenfalls erstaunt, wie gut diese Veranstaltung insgesamt dann doch gelungen ist. Nach dem Fest bleiben wir in der Halle, denn auf der Groß-Leinwand hinter der Bühne wird das Spiel Deutschland-Ghana übertragen. Spannendes Spiel, gerade noch die Kurve gekriegt. Wer weiß, wofür es gut ist, jedenfalls dürften unsere Nationalspieler vor dem Spiel gegen U.S.A. am Donnerstag wieder geerdet sein. Das Gleiche gilt übrigens auch für die Erwartungshaltung der deutschen Fußballfans.