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Kassel / Köln

Montag, 9. Juli bis Samstag 15.Juli

Erst mal ein Bürotag und Dienstag morgen dann mit Severin und Robin ab nach Kassel, zur Documenta. Furchtbar viele neue Erkenntnisse springen dabei nicht heraus, wieder mal unverantwortlich wenig Malerei und von dem bisschen, was in dieser Disziplin ausgestellt ist, überzeugen lediglich die Bilder von Monika Baer. Halbwegs okay sind die von Kerry James Marshall und enervierend schlecht sind die hingemurksten Politpamphlete des Chilenen Juan Davila, denen man in sämtlichen Ausstellungsgebäuden immer wieder begegnet.

Mein Favorit ist der Westafrikaner Romuald Hazoume, der vor allem aus alten Kanistern großartige Konstruktionen zusammenbaut. Beispielsweise ein riesiges Boot, das einen unmittelbar an die schwarzafrikanischen Flüchtlinge denken lässt, die verzweifelt versuchen, in irgendwelchen nussschalengroßen Seelenverkäufern der Armut zu entfliehen, vorzugsweise auf die Kanaren oder von Marokko aus nach Südspanien.

Sehr konsequent auch die Fotos der New Yorker Fotografin Zoe Leonards, vierhundert Ladenfronten, Schaufenster und Geschäftsauslagen, die der Globalisierung trotzen oder bereits kapituliert haben. Ansonsten reichlich Mittelmaß und erneut massenhaft neue Königskleider. Wenn das der Stand weltweiter Kreativität sein soll, dann gute Nacht.

Mittwoch Morgen raus in die Eifel, wo ich drei Tage Zeit habe, mich mit diversen Demos zu befassen, ehe die Mädels auch Frankreich bzw. Bayern zurück kommen. Tatsächlich springen zwei Texte auf Michas Musiken dabei raus, bin sehr zufrieden.

Freitag Abend zurück, Samstag Nachmittag mit meinen Damen auf die „Rheinenergie“ (für ein Schiff ein nicht ganz so dämlicher Name wie für ein Fußballstadion), auf der wir dann unter fast schon dekadenten Voraussetzungen rheinauf und – ab schippern, bis kurz vor 23 Uhr das „Kölner Lichter“-Feuerwerk den Nachthimmel verzaubert. Definitiv das großartigste Feuerwerk, das ich jemals erleben durfte.