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Kampala, Uganda, Hotel Equatoria

Durch einen nicht vorauszusehenden Stau auf der Flughafenautobahn verpasse ich beinahe den Zubringerflug nach Frankfurt, der dann allerdings aufgrund ungünstiger Wetterlage erst eine Stunde später als vorgesehen rausgeht, was wiederum dazu führt, dass ich in Frankfurt erst im allerletzten Moment meinen Boarding-Pass für den Flug nach Addis Abeba abholen kann.(Der Schalter der Ethiopian Airlines wird für mich noch einmal aufgemacht.) Da auch dieser Flug verspätet startet, bin ich jetzt wenigstens wieder da, wo ich um diese Zeit sein sollte.

Morgens gegen 6:00 MEZ (+1) beginnt unser dreistündiger Zwischenstopp, dann weiter zum Flughafen von Kampala, nach Entebbe. Fahrt in die Stadt, tausend Erinnerungen an meinen „Gemeinsam-für-Afrika“-Trip hierher vor drei Jahren. Damals hatte ich Robin mitgenommen und wenn ich es mir richtig überlege, wusste ich zu dieser Zeit noch erschreckend wenig über die Komplexität afrikanischer Probleme.

Das Hotel Equatoria ist eine sterile Ansammlung wild miteinander kombinierter Anbauten. Eine Art Irrgarten, bestehend aus Unmengen von ineinander verschachtelten Terrassen, Büros, Rezeptionen, einer Shopping-Mall und einem Swimming-Pool. Einchecken, duschen, Geld eintauschen und auf zum Stadtbummel, afrikanische Atmosphäre aufsaugen, bevor sich die komplette Reisegruppe zu einer einführenden Besprechung trifft.

Sönke Weiss hat einen vielversprechenden Reiseplan ausgearbeitet. Er war schon vorgeflogen, so dass keinerlei Zeit verloren geht, weil es noch irgendwo klemmt. Bevor wir uns zum „Point Mamba“ aufmachen, in dem mein alter Freund, der scheidende Botschafter Dr. Mühlens eingeladen hat, noch ein Interview mit „New Vision“, einer der beiden größten hiesigen Tageszeitungen. Freue mich am meisten darüber, Michael Oruni beim Abendessen zu treffen, der damals die beiden World-Vision-Einrichtungen in Gulu geleitet hat. Das „Reception-Center“ für die entflohenen Kindersoldaten und die Nacht-Pendler-Großzelte, in denen die Kinder aus den, von Rebellen terrorisierten Flüchtlingslagern, unter dem Schutz von Regierungssoldaten die Nächte verbringen konnten. Michael ist inzwischen in eine andere Einrichtung versetzt worden, kann mich aber trotzdem optimal auf den aktuellen Stand der Dinge in Gulu bringen.