Niedeckens BAP - Startseite

Künzelsau - Würth-Konzertsaal

Zum dritten Mal innerhalb eines Jahres werde ich bzw. wir von den erstaunlich umtriebigen Leute von der Kulturabteilung des württembergischen Werkzeugherstellers Würth engagiert. Im Sommer der Chronicles-Abend in der Brüsseler Landesvertretung, dann das vom Sturm unterbrochene Open Air mit den Leningrad Cowboys und heute schließlich eine weitere Dylan-Lesung, diesmal im firmeneigenen Konzertsaal.

Obwohl ich es ja mittlerweile wirklich wissen müsste, bin ich auch heute wieder verblüfft, in welchen Maßen diese Firma in dieser Region als Kultursponsor wirkt. Allein beim Anblick der Kataloge der von Würth organisierten Kunstausstellungen verfalle ich in absolute Demutshaltung. Nicht nur im Würth-Museum in Schwäbisch Hall, sondern auch in dem kleineren, hier auf dem Firmengelände, fanden bislang Ausstellungen statt, die so manches Kulturamt größerer Metropolen vor Neid erblassen lassen dürften. Von Christo bis Basquiat, von Anselm Kiefer bis Botero, die Leute kriegen hier wirklich was geboten.

Während meines heutigen Auftritts habe ich verstärkt das Gefühl, dass sich im Verlauf der kürzeren Dylan-Abende des vergangenen Sommers doch zu viele, dann doch wieder zurückgenommen Kürzungen eingeschlichen haben. Vor allem die erste Hälfte des Programms kommt mir reichlich verstümmelt vor.

Noch in der Pause fällt mir ein, wie das zu beheben sein könnte. Es fehlen zwei Songs, die ich bisher noch nirgendwo auf dieser Tour gespielt habe, nämlich „It ain’t me babe“ und „Don’t think twice“; und ich weiß auch genau wo!

Ohnehin stimmt, was mir ein guter Freund geraten hatte: das Programm kann getrost noch den einen oder anderen Hit vertragen, schließlich sitzen ja nicht nur Dylan-Hansel im Publikum. In diesem Sinne bewährt hat sich bereits „The times they are-a-changin’“: als Eröffnung der zweiten Halbzeit.