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Köln/Wuppertal/München

Montag, 19.Januar 09 – Montag 26. Januar 09

Montag Business as usual, Papierkram und mit Mattes am Live-Album-Artwork gebastelt. Dienstag Morgen dann nach Wuppertal, wohin mich der geschätzte Kollege Sascha Gutzeit eingeladen hat. Auf sein schon im März erscheinendes neues Album soll der Dylan-Song „Tonight I’ll be stayin’ here with you“ im Duett von uns beiden gesungen drauf. Er hat alles optimal vorbereitet, das Backing steht, sogar der Pilotgesang mit seiner hochdeutschen Textfassung ist abrufbar. Muss diese also lediglich einkölschen und singen. Denke, dass ist ganz schön geworden und bin gespannt auf den Endmix. Sascha hatten wir im Verlauf der Sonx-Open-Airs in seiner Heimatstadt bei einer gemeinsamen Veranstaltung kennen gelernt und für gut befunden, weil er das, was er tut, anscheinend aus den gleichen Gründen betreibt wie wir und sich nicht von irgendwelchen Trends oder Einflüsterern aus der Ruhe bringen lässt.

Mittwoch und Donnerstag siehe Montag. Freitag dann mit der Lufthansa nach München zum Bayerischen Rundfunk, Aufzeichnung eines Gesprächs mit Sabine Sauer für die Sendereihe „Unter vier Augen“ (Ausstrahlung am 20.2.). Zurück in Köln setze ich mich direkt in’s Auto um wenigstens eine Nacht Familienwochenende in der Eifel mitzukriegen, bevor ich mich am Samstag Nachmittag wieder auf den Weg nach Köln mache, weil mich Wolf Maahn eingeladen hat, zwei Songs bei seinem Konzert im Gloria mitzuspielen. Wir haben uns „Like a rolling stone“ und „Arsch huh“ ausgesucht, hatte irgendwie keine Lust auf eine BAP-Nummer, Wolfs Songs einzukölschen macht irgendwie auch keinen richtigen Sinn, Hochdeutsch singe ich nur ungern und außerdem hat ja „Arsch huh“ – wie wir spätestens seit dem Wegfeiern des „Anti-Islamisierungskongresses“ wissen – inzwischen den Status eines Volksliedes erreicht. Erlebe einen wirklich angenehmen Abend mit netten Kollegen. Prima Auftritt, sollte man sich bei Gelegenheit dran erinnern.

Sonntag Abend in den Musical Dome, wo wir damals die beiden Shows zur Tonfilm-Tour gespielt hatten (vom Rockpalast mitgeschnitten und übrigens demnächst auch als DVD erhältlich). Muss jedes Mal in diesem Riesenzelt daran denken wie seinerzeit ungefähr in der Mitte der Show unser Roadie Opuk an einer sehr ernsten, leisen Stelle des Programms mit einer Papptafel den linken Gang durchs sitzende Publikum auf uns zukam, um uns mit hochrotem Kopf den Zwischenstand eines zeitgleich stattfindenden FC-Spiels mitzuteilen. Diesmal habe ich mich ausnahmsweise dazu entschieden, mir eine Musical-Premiere (Spamalot) anzusehen, was natürlich damit zusammenhängt, dass ich seit „Ritter der Kokosnuss“ ein großer Fan der britischen Klamauk-Truppe Monty Python bin, vor allem von ihrem Klassiker „Das Leben des Brian“. Unzählige Redewendungen aus diesem Film sind in unseren Sprachgebrauch übergegangen, von „Setz dich, nimm dir’n Keks“ bis zur Frage „Ist Weibsvolk zugegen?“. Meine anfängliche Skepsis, ob man denn so was überhaupt adäquat in ein Musical übersetzen könnte, wurde jedenfalls im Handumdrehen zerstreut. Wir haben uns weggeworfen vor Lachen.

Heute morgen bin ich dann der einzige, der früh aufstehen muss, um zur Schule zu gehen, denn an der Schule meiner Töchter findet heute der „Internationale Tag“ statt. Mirco Keilberth, der mit unserer „Project Rebound-DVD“ zur Zeit bundesweit in Schulen unterwegs ist, ist zu diesem Zweck nach Köln gekommen und wir machen die zwei heutigen Präsentationen gemeinsam (und die Töchter erscheinen in ausgeschlafener Form zur zweiten). Unglaublich, mit welcher Aufmerksamkeit sowohl die Filme wie auch die anschließende Fragerunde stattfindet.

Abends in einer Kölner Arena (deren Namen mir entfallen ist), zu einer Talkshow „Quo Vadis Colonia?“, einem von Center TV aufgezeichneten Stadtgespräch, moderiert von Geschäftsführer des Du Mont-Schauberg-Verlags, Konstantin Neven Du Mont. Die Talkgäste sind neben meiner Wenigkeit Barabra Moritz (Vorsitzende der Grünen Fraktion im Kölner Stadtrat), Ralph Sterck (FDP-Bürgermeister-Kanditat) und Kaspar Kraemer (Architekt). Ausstrahlung am 31.1. um 20.15 Uhr.