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Köln / Essen / Berlin

Montag, 15.Dezember bis Samstag, 20.Dezember

Das Ereignis der Woche ist wohl mit Sicherheit Heinrich Breloers „Buddenbrooks“-Verfilmung. Da ich den Regisseur schon seit Jahrzehnten aus der Südstadt kenne und wir immer wieder einmal etwas miteinander zu tun hatten, sind wir montags zur internen Vorfeier der NRW-Filmstiftung eingeladen.

Am Dienstagabend wird es dann in der Essener Lichtburg richtig offiziell. Die Weltpremiere findet in Anwesenheit des Bundespräsidenten statt und zwar in einer Dimension, die alles, was ich bisher in „unserer“ Lichtburg erlebt habe, in den Schatten stellt. Als ich schließlich auf dem roten Teppich an der Stelle ankomme, wo der BAP-Film aufhört, muss ich daran denken, dass die heiligen drei Könige uns auch weiterhin gnädig waren und dafür gesorgt haben, dass auch in diesem Jahrzehnt noch „viel passiert...“

Großartige Literaturverfilmung, wundervolle Bilder, richtig gute schauspielerische Leistungen. Habe mich in diesen zweieinhalb Stunden keine Sekunde gelangweilt im Gegenteil, gegen Ende ging es mir sogar ein wenig zu schnell, als plötzlich fast sämtliche Familienmitglieder hintereinander wegstarben. Bin mir zwar nicht sicher, ob ich da jeden reinschicken würde, denn es handelt sich nicht unbedingt um besonders innovatives Kino. Aber wer sich für klassische Literatur und Geschichte interessiert, wird hier auf jeden Fall auf hohem Niveau unterhalten - und das war das Ziel.

Mittwochabend bin ich zu Gast in der letzten Folge von „Dellings Woche“. Beim WDR auf dem Gelände in Köln-Bocklemünd, wo ich mir Anfang der 1970er Jahre mein erstes Geld als Aushilfsgrafiker verdiente. Immer schön mit der Bahn bis zur Endhaltestelle Westfriedhof und dann noch eine Viertelstunde zu Fuß bis zu den WDR-Werkstätten. Fernsehstudios gab es damals noch nicht in Bocklemünd.

Für die Sendung hat man ordentlich im Archiv gewühlt und ein paar Clips aus der Serie „Ausgerechnet Tatsachen – Bilanz in bewegten Bildern“ ausgegraben, für die ich damals viel gearbeitet habe. Schade, dass Dellings Sendung aus Einschaltquoten-Gründen eingestellt wird. Das hat wohl hauptsächlich damit zu tun, dass ein Sportjournalist wie er am fußballreichen Mittwoch seiner Stammkundschaft schlecht mit anderen Themen kommen kann.

Donnerstagnachmittag nach Berlin, abends ein Interview mit Phoenix zum Thema „Aussöhnung“ und sehr früh am Freitagmorgen (Weckruf 5.45 Uhr) zum SAT1-Frühstücksfernsehen, wo das komplette Team - allen voran die Redakteurin Angelika Rahm - wild entschlossen sind, uns fürs Projekt Rebound so viel Öffentlichkeit wie nur möglich zu verschaffen. Nicht selbstverständlich beim Quotendruck des Privatfernsehens. Lerne bei dieser Gelegenheit den Kollegen Chris de Burgh kennen, auf dessen Mucke ich zugegebenermaßen nicht gerade abfahre, der zu meiner Überraschung aber ein ziemlich netter Kerl ist und offensichtlich von den selben Helden wie ich zum Musizieren gebracht wurde. Darauf lässt jedenfalls sein aktuelles Album mit lauter Cover-Versionen (u.a. Dylan, Beatles und Pete Seeger) schließen.

Samstagabend läuft auf dem Kölner Stadtfernsehsender center.tv die Aufzeichnung meines Kamingesprächs vom 11.Dezember. Gut geworden.