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Köln

Donnerstag, 4. Dezember bis Sonntag, 14.Dezember, Köln

Kaum zuhause angekommen, direkt wieder los. Heribert Blondiau, ein WDR Redakteur , den ich schon seit Anfang der 80er Jahre kenne, und der mich damals schon mit Severin im Kindergarten und später mit BAP in China gefilmt hat, feiert heute seinen Abschied beim WDR. Denn er wird mit 65 halt pensioniert. Für mich persönlich ein äußerst seltsamer Gedanke. Kann mir überhaupt nicht vorstellen, was mein Freund Heribert tut, wenn er nicht über Reportagen brütet. Jedenfalls ein würdiger Abend, treffe viele weitere alte WDR-Bekannte. Fritz Pleitgen hält aus der Hüfte eine äußerst witzige Rede. Es gibt Ausschnitte aus Heriberts – zum Teil ausgezeichneten – Arbeiten, es gibt Linsensuppe, ein kaltes Buffet und zu trinken. Schöner Abend.

Freitagabend feiern wir im engsten Familienkreis bei unserem Lieblingsinder Severins 25.Geburtstag nach, denn Vatter musste ja am 27. November in Frankfurt spielen.

Samstagvormittag trifft sich dann ein wesentlich größerer Kreis in der „Belle Etage“ des Schokoladenmuseums, um den 75. Geburtstag meiner Cousine Käthi (siehe „Dä letzte Winter em letzte Kreesch“) zu feiern. Geschenke will sie keine, stattdessen steht da eine Box für Spenden in Sachen „Projekt Rebound“.

Sonntags verliert der FC in meinem Beisein gegen den HSV, also wie schon vor Beginn der Tour 19 Punkte.

Montagabend stellt mein Freund Jürgen Flimm in der Schlosserei des Kölner Schauspielhauses sein Fotobuch „Theaterbilder“ vor. Es zeigt Fotos des Fotografenehepaars Hermann und Clärchen Baus, die ihn durch seine Jahrzehnte als Theatermacher begleitet haben. Äußerst kurzweilige Veranstaltung, die bis auf den anschließenden Umtrunk aus einem Gespräch zwischen Jürgen Flimm und Alfred Neven Du Mont besteht. Die Erkenntnis des Abends besteht für mich allerdings darin, wie lustig und herzlich Alice Schwarzer sein kann, die ich bisher nur aus diversen Smalltalks und natürlich Fernsehauftritten kannte. Eigentlich ziemlich merkwürdig, wenn man bedenkt, wie nahe wir seit über drei Jahrzehnten in Köln leben. Nun ja.

Dienstagabends bin ich nach einem Tag voller meetings im Domforum zu Gast, in einer von der Kölnischen Rundschau organisierten Talkshow mit „Menschen, die Köln bewegt haben“. Spreche über zwei Themen, natürlich über den „Arsch huh“-Auftritt am 20.September auf der Gegendemo zum „Anti-Islamisierungs-Kongress“ der rechtspopulistischen „Pro Köln“ und über „Rebound“.

Mittwochs in die Eifel. Unsere Kakteen laufen ernsthaft Gefahr, zu Strohblumen zu mutieren, außerdem wird Heizöl geliefert, sowie ein paar Möbel, die nach unserer Zimmertauschaktion vor zwei Monaten nötig geworden waren.

Der Donnerstag beginnt mit einem einstündigen „Kamingespräch“ beim Kölner Stadtfernsehen „Center TV“. Danach ein bisschen Bürokram und weiter mit einem Team vom WDR auf die Deutzer Rheinseite für einen filmischen Rückblick auf den verhinderten „Anti-Islamisierungs-Kongress“.

Samstagabend in die Comedia, wo unser Freund Heiner Kämmer mit Reiner Rübhausen das Kabarett-Programm „Es brennt“ uraufführt. Wenn ich mich richtig erinnere, waren wir zuletzt in der Comedia, als Heiner mit dem „Dreigestirn Köln“ (Nitschke, Schmickler, Kämmer) seine Abschiedsvorstellung gegeben hat. Fast die komplette Stunksitzungsbelegschaft ist anwesend. Daran, wer nicht da ist, kann man vermutlich ablesen, dass es längst auch in dieser Szene den einen oder anderen Graben gibt. Prima Programm jedenfalls, für eine Premiere sogar richtig gelungen. Zwei, drei flaue Witzchen raus, auch auf die Gefahr hin, dann ein paar sichere Lacher weniger zu haben und etwas zügiger zum Schluss kommen – und das Ding ist perfekt. (Für derartige Erkenntnisse machen wir Warm-Up-Gigs!!)

Nachdem der FC am Samstagnachmittag allen merkwürdigen Schiedsrichterentscheidungen zum Trotz drei Punkte in Bochum geholt hat, ist die Stimmung auf Mathias Scherz’ 37.sten Geburtstag am Sonntagabend dann auch dementsprechend. Gefeiert wird bei „Massimo“, lauter angenehme Leute sind da, auch ehemalige FC-Spieler wie Alexander Bader und Lukas Podolski, dem es offensichtlich gut tut, wenigstens in der Winterpause mal wieder bei seinem Stamm zu sein.