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Köln

Montag, 2.Februar – Sonntag, 9.Februar `09

Auf jeden Fall eine Woche der Besinnlichkeit. Montags erfahre ich durch einen Telefonanruf, dass unser Freund Viktor Böll am Samstag zuvor verstorben ist. Er war Heinrich Bölls Neffe, Clemens Bruder, leitete das Böll-Archiv, und seit den 80ern hatten wir immer wieder mal was zusammen ausgeheckt und verwirklicht. So beispielsweise den legendären Film „Deutsche Erinnerungen aus vierzig Jahren“ (zusammen mit Herbert Hoven) und das lange Interview in Eusebius Wirdeiers Buch „Noh un noh“. Zuletzt hatte ich ihn von ein paar Monaten bei der Eröffnungsfeier der neuen Kiepenheuer & Witsch-Räume getroffen, wo er schon erschreckend dünn war, ein vom Krebs stark gezeichneter und ehemals stattlicher Kerl, aber immer noch so humorvoll und gelassen wie eh und je. Auch wenn ich nicht wirklich regelmäßig mit ihm zu tun hatte, ist der Gedanke, ihn nicht jederzeit anrufen zu können, ein sehr trauriger.
Dienstagmorgen die Aufzeichnung einer Sendung für N24 Ethik „Um Gottes Willen“, deren Ausstrahlungstermin da noch nicht feststeht, weshalb man mich bat, keine allzu aktuellen Themen (vermutlich war der Skandal um den Papst und die Aufhebung der Exkommunikation dieses britischen Holocaustleugners Bischof Williamson aus der Pius-Bruderschaft gemeint) anzuschneiden. (Ausstrahlung am 15.2. um 8.30 Uhr)
Mittwochs erhalte ich eine e-mail vom befreundeten Moskauer dpa-Journalisten Wolfgang Jung aus der ich erfahre, dass tags zuvor Howard Kanovitz in New York im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Da ich gerade John Updikes Roman „Sucht mein Angesicht“ lese, hatte ich exakt an seinem Todestag einige Wälzer aus den Regalen gezogen und vor allem im Fotoband „Hamptons Bohemia“ etliche Fotos, auf denen mich Larry Rivers und er anlächelten, gefunden. „Stemmp schon, die Ennschlääsch kumme nöher ...“
Die Arbeit dieser Woche besteht weiterhin in erster Linie aus Vorbereitungen zur VÖ des Live-Albums, das Abhören von Schnitten, letzte Korrekturen am Booklet, Interviews.
Freitags besucht mich Ingo Renner von Gitarrenhersteller Duesenberg, der eine von mir gestaltete Gitarre zur Versteigerung zugunsten von „Project Rebound“ herstellen will.