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Gießen - Kongresshalle

Nachdem es dann gestern doch noch ein wenig später wurde als geplant (schließlich mussten wir uns ja doch noch im Kreis der Band ein wenig über den gelungenen Start freuen), fällt heute der frühe Aufbruch nach Mainz zum ZDF-Mittagsmagazin nicht gerade leicht. Egal, da muss man durch, auch durch etliche Staus. Aber Gottseidank (oder besser Didi sei dank) muss ich mich unterwegs ja nicht großartig konzentrieren, lediglich ein längeres Interview gegenlesen. Ansonsten versüßen uns Ry Cooder und John Mellencamp den Ritt, ganz abgesehen von dem akustischen Rätsel, das uns Oliver mit auf die Reise gegeben hat. Erkenne es ziemlich schnell, es handelt sich mit einiger Sicherheit um ein drolliges Album, das sich mein alter Malerfreund und längst auch als Regisseur arrivierter Julian Schnabel vor ein paar Jahren mal gegönnt hat.

Mittagsmagazin absolviert und weiter nach Gießen, wo unser Freund Norbert Schmitt in Überzeugungstäter-Manier eine phantastische Vorberichterstattung gemacht hat. Auch heute ist die Bude rappelvoll, schade nur, dass wir während der Show mit reichlich technischen Problemen zu kämpfen haben: Vor allem das Verhältnis von Monitor und Hallensound ist noch optimierbar. Des weiteren machen sich hier und da ein paar Konzentrationsschwächen bemerkbar. Die gestrige „Nachtbesprechung“ hat deutliche Spuren hinterlassen. Mein persönliches Problem ist heute, wo mir durch Werner und Anne auf der engen Bühne der Blickkontakt mit Monitormann Reiner verstellt ist, die unterschiedlichen Lautstärken meiner drei akustischen Gitarren.

Die Umstellungen in der Setliste waren gute Entscheidungen, bis auf „Alexandra“ statt „Wolke schwaade“. Es reift die Einsicht, dass so ziemlich alles außer “Waschsalon“ hinter „Verdamp“ abkackt und auf diesen Song aber nach der letzten Tour bis auf weiteres keiner mehr Bock hat. Fazit: Der zweite Zugabenblock endet ab jetzt einfach mit „Verdamp“ und die frei gewordene Stelle gibt mir endlich die Gelegenheit, weiter vorne im Programm mein geliebtes „Amerika“ einzubauen. Auch positiv vermerkt werden muss, dass wir heute die für Anne neuen Songs mit erheblich mehr Selbstverständlichkeit über die Rampe bringen. Vor allem der „Rauswerfer“ „Blauer Ballon“ fühlt sich an, als hätte es nie eine andere Version davon gegeben.

Nach dem Konzert trotz erheblicher Müdigkeit noch ein Stündchen mit der angereisten World-Vision-Chefin Sylvia Holten und Eva Martin in Sachen „Projekt Rebound“. Jegliche Form von Ballnacht entfällt.