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Freitag, 3.Mai 2013 – Riedlhütte/Alte Schmiede

Am Sonntag mal einfach nur relaxt, wobei der einzige Programmpunkt das Heimspiel des FC gegen 1860 München war, das dann doch lediglich einen Punkt eingebracht hat. Bin zu müde, um es mir im Stadion anzusehen, gebe den Couch-Potatoe.

Montag: Büroarbeit und ein Telefon-Interview.

Dienstag fliege ich früh morgens nach Berlin, um mal endlich meinen Antrittsbesuch bei unserer neuen Plattenfirma zu machen. Schon ein merkwürdiges Gefühl nach 32 EMI-Jahren und den Gedanken an die Menschen, mit denen wir ursprünglich noch am Maarweg zusammengearbeitet haben, nach Berlin zur „Universal“ zu fliegen. Der sogenannte „Merger“ hat nun tatsächlich stattgefunden, die einzelnen Acts werden aus kartellrechtlichen Gründen auf zwei verbliebene Majors aufgeteilt und die EMI ist nur noch Geschichte. Jedenfalls scheint das für uns zuständige Team hochmotiviert und sich offensichtlich auch auf das, was da kommen wird, zu freuen. Abends zurück in Köln gehe ich mit Isis zum Max Prosa-Konzert im Bürgerhaus Stollwerk. Andie, Clueso’s Manager hatte mir sein neues Album noch vor der Veröffentlichung zukommen lassen und seitdem läuft das Teil in meinem Auto auf Powerplay. Ein hörenswertes Album und ein prima Konzert.

Der Mittwoch steht natürlich im Zeichen von Isis’ 19.Geburtstag. Neunzehn Jahre ist es jetzt her, dass unsere Maikönigin an einem strahlenden Sonntag geboren wurde. Ausgerechnet war sie eigentlich zwei Wochen später, aber weil Papa da in Xanten das römische Amphitheater rocken sollte, hat sie es vorgezogen, keinen Stress zu verursachen und ist einfach vierzehn Tage vorher auf der Bildfläche erschienen.
Sind schon gestern nach Niederbayern aufgebrochen, weil 640 Kilometer Autobahn am Tag des Gigs zuviel Schlauch bedeuten und mir ja vom Professor geraten wurde, schön höösch zu machen.
Die heutige Konzertlesung findet genau genommen im riesigen Wohnzimmer des Münchener Kleinkunst-Impresario Till Hofmann statt, der frisch renovierten „Alten Schmiede“. Ein Überzeugungstäter ersten Ranges, außergewöhnlich umtriebig innerhalb der Münchener Szene, und auf Kölner Verhältnisse übertragen wohl am ehesten mit Karl-Heinz Pütz zu vergleichen. Aufbau und Soundcheck bereits am Anreisetag, sodass heute noch genug Zeit bleibt, mal uns den Nationalpark zu fahren. Empfohlen wurde uns der „Baumwipfel-Pfad“, eine auf riesigen Stelzen gebaute Holzkonstruktion auf der man sozusagen durch die Baumkronen dieses Mischwaldes spazieren kann. Ein pensionierter Hauptschullehrer fungiert als Führer und vermittelt uns Wissenswertes. Der Baumwipfel-Pfad endet in einer riesigen eierförmigen Konstruktion, in der der Pfad –ähnlich wie im Berliner Reichstag- spiralförmig weiter geführt wird und man ohne größere Mühen eine Aussichtsplattform erreicht. Großartiger Ausblick über den Nationalpark, bis tief in die Tschechische Republik hinein. Pünktlich um 20:00 Uhr dann die Veranstaltung, die mich irgendwie an die im Bühnenwirtshaus Juster im November des vergangenen Jahres erinnert. Überhaupt fällt mir im Laufe des Tages so einiges ein, was bereits ein halbes Jahr her ist. Ein unfassbar langer Winter war das. Bin mir nicht sicher, ob ich was, wenn wir nicht touren, noch mal brauche. Jedenfalls eine äußerst entspannte Konzertlesung im nahezu familiären Kreis. Jeder kennt jeden.