Niedeckens BAP - Startseite

Freitag, 1.Juni 2012 – Alf a.d. Mosel / Weingut Stein

Erwähnenswert wäre diese Woche auf jeden Fall das sensationelle Springsteen-Konzert im Müngersdorfer Stadion sowie die ganztägige Jurysitzung am vergangenen Donnerstag in Sachen WDR-Kinderrechtepreis. Zunächst bin ich da mit einigen Bauchschmerzen eingelaufen, weil diese Juryteilnehmer zumeist eher olympisch zu bewerten sind. Tatsächlich kann man sich einfach nicht mit sämtlichen eingereichten Bewerbungen fair auseinandersetzen. Das muss schon ordentlich vorbereitet sein, sonst wird so was auch schnell zu einer Alibiveranstaltung. Große Erleichterung als ich merke, dass die Erfinderin dieses Preises, Bergit Fesenfeld, und ihre Mitarbeiterin Petra Brandl-Kirsch sich wirklich alle erdenkliche Mühe dabei gegeben haben vorauszuwählen und sämtliche diesbezügliche Argumente abrufbar hatten. Bin mit dem Ergebnis hoch zufrieden vor allem auch mit dem, was die Kinderjury, mit der wir ab Mittag zusammengesessen und diskutiert haben, noch an Gesichtspunkten eingebracht hat. War definitiv kein verlorener Tag, im Gegenteil, ein Gewinn. Heute dann eine von Didi spontan organisierte Probelesung im Saal des Weinguts Stein. Richtig! Musste mich ja schließlich auch mal mental auf die beiden Lesungen am Montag und Dienstag im Kölner Gloria einstellen. Das sind ja schließlich die ersten vollständigen Lesungen in Köln, denn die Veranstaltung im Rahmen der lit.cologne 2011 war ja dann doch ziemlich stark gekürzt. Wir kommen am frühen Nachmittag an, und natürlich grüßt das Murmeltier auch hier. Gerade noch fand hier die Feier zu Michas Hochzeit statt und nur wenig vorher die Warm Up-Lesung vor der Leipziger Buchmesse. Dass da vor allem noch die Sache mit meinem Schlaganfall dazwischenliegt, merke ich immer erst dann, wenn mir die Leute besorgt gegenübertreten. Denke zwar, dass eigentlich keinem mehr der „Tathergang“ unbekannt sein kann, dermaßen viel wurde der in den Medien verhackstückt, aber sobald sich die Gelegenheit dazu bietet, will’s dann doch noch jeder mal ganz genau wissen. Also: Tief Luft holen und auf ein Neues! Nach dem Soundcheck schaffe ich es wenigstens nochmal auf den Aussichtsturm und den Soldatenfriedhof, die ich bereits bei den vorherigen Auftritten hier ausführlich beschrieben habe. Die Lesung selbst funktioniert wie auf Knopfdruck, keinerlei Irritationen, lesen klappt, singen und spielen ebenfalls, und zu meiner großen Freude sind Hein, Wilfried und Bernie aus Rheinbach angereist, mit denen wir ja am 13.Juli dortselbst etwas ausgesprochen Naheliegendes zur Aufführung bringen wollen. Schwer fällt es natürlich, mich ausgerechnet hier nach der Veranstaltung konsequent zurückzuziehen, denn hier gibt’s ja außer dem Zimmer wo ich übernachte keine wirkliche Garderobe. Stehe also danach auf dem Präsentierteller rum und bin sozusagen jedem, der nicht unbedingt dezent ist, ausgeliefert. Hält sich zwar alles in Grenzen, bin aber trotzdem froh, den Absprung gerade noch rechtzeitig geschafft zu haben und erfreulicherweise auch ohne Schwierigkeiten einzuschlafen.