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Finnentrop - Festhalle

Nachdem ich gestern Abend die Einladung der KVB wahrgenommen hatte, mit meinen Söhnen und Neffen das bereits fertig gebaute Teilstück des Kölner Nord-Süd-Bahn-Tunnels unter der Bonner- und Severinsstraße zu begehen (eine äußerst beeindruckende Szenerie, mal abgesehen davon, dass es schon ein merkwürdiges Gefühl ist, sich plötzlich 20 Meter unter dem Keller seines Elternhauses zu wissen), beginnt heute hier in Finnentrop unsere Wintertour.

Geplant war, ab 14 Uhr an Programmumstellungen und länger nicht mehr gespielten Songs zu arbeiten, aber da wieder mal der Van mit der Spätschicht in Staus gerät, können wir erst anderthalb Stunden später damit beginnen. Was dazu führt, dass das Abendessen, sowie die unbedingt nötige Relax- und Konzentrationsphase für alle nach hinten rückt und verkürzt wird. Für mich persönlich fällt sie komplett aus. Interviews und meet&greet bis kurz vor der Show.

Entschädigt werde ich durch das Wiedersehen mit einer alten Bekannten aus der Rheinbacher Schulzeit, die einige mir tatsächlich unbekannte Fotos meiner ersten Bands mitbringt.

Der Auftritt gerät trotz der nachmittäglichen Hektik erstaunlich entspannt. Bis auf das neue X-mas Medley, das wir uns im Laufe der Tour im Rahmen eines Soundchecks vornehmen müssen; sollten die Wetterverhältnisse dann doch noch einmal weihnachtliche Gefühle aufkommen lassen.

Das neue Walzerintro funktioniert prächtig. Die letzte Minute von Johann Strauss’ „Künstlerleben“ bietet idealerweise die erhoffte Besinnungslücke zwischen der Einlassmusik mit Uralt-Beatles-Songs und „Dreimohl zehn Johre“. Viel ist an der neuen Setliste nicht zu verändern, wesentliche Umstellungen werden erst durch eventuelle Gastauftritte, bzw. Annes gelegentliche Abwesenheit von Nöten sein.

Man fährt mit gutem Grundgefühl ins ländliche Sauerland-Hotel und dazugelernt hat man auch: Finnentrop liegt nicht etwa – wie der Name suggerieren könnte – Richtung Finnland an der Ostseeküste, sondern nicht einmal 100km entfernt von der Stadt, in der Gott selbst dem Menschen gegenwärtig in der Person eines Fußballlehrers erscheint.

Dabei hätte ich das doch wissen müssen, schließlich waren die Erzeugnisse der hiesigen Wurstfabrik „Metten“ absolute Verkaufsschlager im Laden meiner Eltern und einige der soliden Pappkisten, in denen deren Erzeugnisse angeliefert wurden, befinden sich heute noch auf diversen Familienspeichern, gefüllt mit Krempel aller Art, von dem man sich einfach nicht trennen kann. Sogar in meinem Atelier steht eine, randvoll mit Scherben, die ich vor locker 15 Jahren einmal im Niedrigwasser am Rhein, gemeinsam mit meinen Söhnen gesammelt habe. Irgendwann mache ich da mal was draus, irgendwann…..