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Donnerstag, 22.September 2011 bis Samstag, 24.September 2011 – Köln

Das Vordringlichste ist jetzt nach all dem Film- und TV-Theater die Setliste für die vier Gigs mit der WDR-BigBand, denn die Proben ab Montag müssen ja vorbereitet werden. Einfach die BAPFEST zu nehmen geht nicht, denn da haben wir uns ja auf „Deutschlandlieder“ beschränkt und nach Herzenslust auch vom KOELN-Programm untergemischt. Jetzt aber geht’s auf den Oktober zu und es wird ernst. Nicht einfacher macht die Qual der Auswahl, dass auch einige der KOELN-Songs Deutschlandlieder-tauglich sind (z.B. „Amerika“ und „Arsch huh“) und andere, ursprünglich vorgesehene vor großem Publikum dann doch eher chancenlos sind (z.B. „Blonde Mohikaner“). Nach einigem Hin- und Hergeschiebe habe ich dann eine Setliste zusammen, mit der wir zumindest mal die Proben beginnen können, die aber vermutlich zu lang ist. Freitag Vormittag fahre ich meinen Kleinen Engl-Amp und meine Lieblings-Tele ins Stadtmuseum und treffe mich dann mit Rhani im 4Cani auf ein Käffchen. Er war die vergangene Woche in Casablanca, um seine Oma zu beerdigen und fliegt am Samstag nach N.Y., um mit Sting für dessen 60. Birthday-Concert im Beacon-Theater zu proben. Bruce wird auch dabei sein, lasse ihn schön grüßen. Rhani sucht mir auf seinem iPhone die Koranstelle raus, die mir letzte Woche im Genozid-Memorial in Kigali aufgefallen war. Sie lautet in vollständiger Übersetzung: „... aus diesem Grund haben wir den Kindern Israels verordnet, dass wenn jemand einen Menschen tötet, so soll es sein, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und wenn jemand einen Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“

Um 16:00 Uhr Soundcheck im Stadtmuseum mit Arno Steffen und der Besetzung der Ur-Zeltingerband. Arno hatte mich vor ein paar Wochen gefragt, ob ich Lust hätte einen musikalischen Beitrag zum Ausklang-Fest der legendären Künstlerkneipe „Roxy“ zu leisten. Selbstverständlich! Meine Wahl fällt logischerweise auf DIE Roxy-Hymne überhaupt, auf Bowies „Helden“. Das Lokal war 1974, im Jahr meines Examens von Horst Leichenich gegründet worden und verhalf wie es die Vorliebe einiger späterer Stammgäste für „Roxy Music“ wollte, der soeben „arbeitslos“ gewordenen Neonreklame des Roxy-Kinos am Chlodwigplatz zu einem zweiten Leben. Eine Miniatur-Ausgabe dieser Leuchtschrift, die immer über der Theke hing, geht heute Abend in den Besitz des Stadtmuseums über und für diese Übergabe hat Heinz Zolper ein Fest organisiert, zu dem so ziemlich alle Überlebende einlaufen. Ich denke an Michael Buthe und an Herman the German, beide längst unter der Erde und spiele mit Arno und der Zeltingerband die Roxy-Hymne. Später am Abend, der einem so manche Gänsehaut beschert, steige ich dann noch ein zweites Mal auf die Bühne, nachdem Jürgen Zeltinger mich zu „Müngersdorfer Stadion“ zu sich beordert. „Live im Roxy“ heiß das allererste Zeltinger Album, das 1979 fast zeitgleich mit unserem „andere Kölsche Leeder“ erschien. Wer nun jetzt den Kölschrock erfunden hat, ist auch heute Abend nicht zu ergründen, aber es ist eigentlich auch scheißegal. Die Hauptsache ist, dass er überhaupt erfunden wurde. Zum anschließenden Umtrunk bleibe ich nicht mehr, hatte meiner Tochter Isis, die mich begleitete versprochen, die Angelegenheit nicht allzu ausführlich werden zu lassen. Samstag spiele ich mich noch mal durch die BigBand-Setliste und widme mich danach in aller Ruhe dem siebten Bundesliga-Spieltag. Keinerlei Aufregung, denn der FC verblüfft ja erst morgen.