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Dienstag 17. September – Freitag 20. September Saarbrücken, Mainz, München, Ulm, Stuttgart

Dienstag. Den ganzen Tag über ein Interview nach dem anderen. Abends bringt mich dann der zuständige Promoter nach Mainz ins Hotel, wo ich noch mit Crew und Band zu Abend esse.

Mittwoch ab 10:00 wieder in die Intervie-Mühle. Läuft alles prächtig. Man hat es so eingerichtet, dass ich beim Mainzer SWR ein eigenes Studio beziehe, wo meine Gesprächspartner nach und nach einlaufen. Das geht bis 15:00 und ab 16:00 können wir soundchecken und proben, denn heute findet, ausgerechnet an Tinas Geburtstatg, unser erstes Radiokonzert statt. Denkwürdiges Datum, dieser 18. September.
1970 starb an dem Tag jimi Hendrix, 1980 mein Vater, 1964 wurde Tina geboren und kurz vor unserem Gig erfahren wir, dass heute Marcel Reich Ranicki im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Wir spielen einen wunderbar entspannten Gig, erstaunlich für eine Band die sich erst vor so kurzer Zeit zusammengefunden hat.

Donnerstagmorgen um 8:00 weiter nach München, der Interview-Marathon wird fortgesetzt. 16:00 Soundcheck und Probe. Eigentlich wollte ich mir mit Julian allein unsere “Maat et joot“ Version aus dem Electric Lady rekapitulieren, um sie gegebenenfalls als Zugabe zu spielen, bis ich merke, dass Anne, Ulle und Björn aus der Hüfte einfach mitspielen. Also wird eine Band-Version draus. Plötzlich klingt der Song so, wie ich ihn mir immer vorgestellt habe. Nichts gegen die Reggae-Version der Complizen, aber Text und Musik bildeten damals keine Einheit. Jedes Element für sich genommen war Prima, hatten aber nicht wirklich was miteinander zu tun.
Das heutige BR-Konzert findet nicht vor Sitzreihen, sondern vor Tischen statt, was schade ist, denn eigentlich hatten locker doppelt so viele Laute hier rein gepasst. Das Publikum ist sehr aufmerksam, nicht unbedingt alles Die-Hard-Fans, was man daran erkennen kann, dass sie manche Pointen nicht raffen. Stelle mich mit meinen Anmoderationen darauf ein und alles wird gut.
Martin Kälberer kommt uns besuchen, währen sein Spannmann Werner Schmidbauer Urlaub in der Türkei macht. Nach dem Gig stellen wir gemeinsam fest, wie schade es ist, in dieser Besetzung nur so wenige Shows zu spielen. Nach langer Zeit wohnen wir endlich mal wieder im Hotel Mariandel. Nicht ganz so luxuriös wie die Kettenhotels in denen wir sonst absteigen, dafür aber tausendmal mehr Flair. Schon allein die urige Kneipe, die gleichzeitig als Rezeption fungiert ist sensationell. Ganz zu schweigen von der Badewanne, die mitten in unserem Zimmer steht. Ausnahmsweise lasse ich mich noch auf eine Apfelschorle mit meiner überaus angenehmen Entourage ein, auch wenn ich der erste bin, der noch vor der Geisterstunde aufs Zimmer verschwindet..

Freitag morgen, nach dem Frühstück trennen sich vorerst wieder unsere Wege: Julian fliegt nach London, Anne und Ulle haben 800 Kilometer bis Hamburg vor sich, Björn chauffiert seinen Stehbass selbst nach Berlin und die Crew fährt nach Köln. Ich werde abgeholt, um in München, Ulm und Stuttgart weiter Auskunft zu geben.
Isis und Tina besuchen heute tagsüber in München noch ein paar Freunde und abends treffen wir uns dann wieder zuhause. Die Deutsche Bahn macht’s möglich.