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Celle - Congress Union

Die für gestern in Flensburg befürchtete Spinal Tap- Signierstunde findet heute tatsächlich statt. An irgendeiner Stelle der Organisationskette muss etwas schief gegangen sein, jedenfalls steht auf dem einzigen Plakat, das innerhalb der Buchhandlung auf mein Erscheinen hinweist keinerlei Uhrzeit. Nur auf Nachfragen erfuhr eine hierher versprengte Familie, dass dies um 14 Uhr stattfindet. Peinliche Situation, zumal ein gut meinender Fotograf der hiesigen Lokalzeitung nichts unversucht lässt, eine Handvoll Laufkundschaft so um mich herum zu drapieren, dass es nach Andrang aussieht, während ich signiere und seine Mitarbeiterin tausend mal beantwortete BAP-Grundkursfragen stellt, um die Antworten auf ihrem Spiralblock zu notieren. Erneut kommt mir der Gedanke, es könnte sich um eine „Versteckte Kamera“-Aktion handeln, aber leider ist dem nicht so.

Es hat lediglich irgendwer versäumt, sich um diese Signierstunde zu kümmern und mir bleibt nichts anderes übrig, als diese Situation mit Humor zu nehmen. „Kick this man’s ass“ heißt es in der berühmten Rock-Band-Satire „Spinal Tap“, bloß lässt sich auf die schnelle niemand finden, der dafür in Frage käme.

Das Konzert selbst verläuft in höchst erfreulicher Form. Christoph von den Furies ist wieder mit von der Partie, somit haben wir heute sogar den Luxus, zwei Gäste präsentieren zu können, da Anne ja auch wieder mitspielt. Dies führt zu einer großartigen Version von „Dead Flowers“, bei Micha mitten im Konzert von Keyboard auf Akkordeon umsteigt und sich an einigen Stellen dermaßen viele gemeinsam solierende Instrumente miteinander verflechten, dass ich unweigerlich an die Seeger-Sessions denken muss.

Übernachtung im gegenüber liegenden Fürstenhof, wo mir der aus dem Rheinland stammende Hoteldirektor ein paar besonders rührende Aufmerksamkeiten aufs Zimmer stellen ließ. Zusätzlich zum obligatorischen Früchtekorb gibt es heute eine Flasche „Reissdorf Kölsch“ (Das Bier der Bewegung) aus der Südstadt, ein Stück Kunstrasen, sowie Golfschläger mit Ball. Will der Mann damit etwas auf Toni Polsters Frage „Spielen sie schon Golf oder haben sie noch Sex anspielen? Eigentlich gar keine so schlechte Idee, vielleicht kriegt man ja auf diese Art den Adrenalinpegel langer, schlafloser Tournächte schneller auf Normalstand zurückgefadet.