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Berlin - Waldbühne am Weissen See

8:15 Uhr Weckruf : Didis, Michas und meine Odysee Richtung Berlin beginnt. Leider gibt es keinen passenden Direktflug von Hauptstadt zu Hauptstadt, so dass wir über Zürich fliegen müssen. Das ist zwar doppelt so weit, aber was will man machen?

Nach umständlichen Sicherheits- und Passkontrollen sowie einer vollen Stunde Wartezeit im startbereiten Flugzeug auf dem Klothener Rollfeld landen wir schließlich nach einer Gesamtreisezeit, in der wir es auch mühelos bis nach New York geschafft hätten, in Berlin. Hier stellen wir dann noch fest, dass es Didis Koffer nicht bis hierher geschafft hat. Somit ist die Stunde, die für die Probe mit „Silly“ vorgesehen war, auf einen Blitzdurchlauf geschrumpft. Den geplanten Song „Deshalv spill mer he“ können wir sogar nur ganz kurz auf akustischen Gitarren in der Garderobe anspielen. Blindflug ist angesagt.

Der Anlass der heutigen Veranstaltung ist der zehnte Todestag der Silly -Sängerin Tamara Danz. Vor allem Front-Leute aus Ostformationen interpretieren heute ihr zu Ehren ihre Songs. Da unser Micha ja auch aus dieser Szene stammt und unter anderem in Gundermanns Seilschaft gespielt hat, kennt er sich natürlich hervorragend aus und ich muss sagen, dass ich heute Abend viel gelernt habe.

Es ist wirklich eine Schande, wie wenig wir im Westen über die Identität dieser Musiker wissen. Jedenfalls erlebe ich einen wunderschönen Abend, treffe von Ulla Meineke, Joachim Witt bis Tony Krahl eine Menge geschätzter Kollegen, höre massenhaft zu Herzen gehende Lieder und steuere selbst neben den zwei BAP-Songs „Deshalv spill mer he“ („...ein Song aus dem deutsch-deutschen Rock’n’Roll-Museum, kaum gebraucht und gut erhalten“) und „Unger Linde“ das Silly-Stück „So ’ne kleine Frau“ bei.

Okay, mit der vorgesehenen Probe unter Originalbedingungen wäre unser Beitrag geschmeidiger über die Strecke gekommen, aber dank der Tücken des innereuropäischen Flugnetzes ging das eben nicht und dafür ist es dann doch noch ganz ordentlich geworden.

Bin mal gespannt, was sich aus diesem Gig ergibt. Jedenfalls staunten Insider nicht schlecht über gewisse Konstellationen, die vor Jahren noch undenkbar gewesen wären. Schön, dabei gewesen zu sein. Morgen findet die gleiche Veranstaltung noch einmal in Dresden statt. Ich hätte gerne mitgemacht, aber blöderweise spielen auch die Stones in Köln, und da kann ich halt nicht anders: Sorry!