Project Rebound

Nach dem erfolgreichen Wiederaufbau von drei Berufsschulen in Norduganda im Verlauf der vergangenen drei Jahre wollen wir ab sofort ein ähnliches Projekt im Ostkongo aufbauen, wo die Situation für die betroffenen Jugendlichen auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegszustands immer noch ungelöst ist. Hierzu ein kurzer Auszug aus dem Projektantrag von „World Vision“:

Weltweit gibt es etwa 300.000 Kindersoldaten – Jungen und Mädchen unter 18 Jahren, die als Krieger, Boten, Träger, Köche oder Sexsklaven benutzt werden. Manche wurden entführt und mit Gewalt gefügig gemacht, andere trieben Armut, Diskriminierung oder Rachegefühle angesichts von Gewalt, die sie selbst oder ihre Familien erlitten haben, in die Arme der Peiniger.

Im östlichen Teil der Demokratischen Republik Kongo, der seit langem schon Schauplatz von kriegerischen Auseinandersetzungen ist, haben in der letzten Zeit Friedensbemühungen zu einer verstärkten Demobilisierung von Rebellen geführt und damit auch zu einer zunehmenden Freilassung von Kindersoldaten. Um den Frieden in der Region zu stabilisieren, ist es unerlässlich, diese Kinder und Jugendliche wieder in ihre Gemeinden zu integrieren – was teilweise bereits gelang. Trotzdem kehren manche freiwillig zu den Rebellen zurück. Die Regierung und auch Hilfsorganisationen vermuten, dass dies aufgrund ausbleibender Perspektiven in den Dörfern geschieht. Die Kinder und Jugendlichen sind wegen ihrer mangelnden Fähigkeiten nicht in der Lage, ihre Zukunft in Selbstbestimmung und mit ihren eigenen Händen zu planen und zu gestalten.

Aufgrund ungenügender Unterstützung sind viele ehemalige Kindersoldaten in Gewaltdelikte, Raub oder Drogenmissbrauch involviert. Mädchen im Teenager-Alter werden von Bordellinhabern angeworben und fristen ihr Leben als Prostituierte. Soziale Diskriminierung und die Zurückweisung durch die übrigen Gemeindemitglieder erschweren die Wiedereingliederung zusätzlich.

Daher bemüht sich „Project Rebound“ zusammen mit „World Vision“ um ein Projekt zur Reintegration ehemaliger Kindersoldaten und zur Unterstützung vergewaltigter Mädchen in der ostkongolesischen Stadt Beni. Der Erwerb von fachlichen, beruflichen und sozialen Fähigkeiten bei gleichzeitiger medizinischer und psychologischer Betreuung steht dabei im Mittelpunkt. Die erste Phase des Projekts, die für ein Jahr veranschlagt ist, sieht für die Jugendlichen das Erlernen eines Handwerks (Mauern, Tischlern, Schneidern) vor. Dreißig ehemaligen Kindersoldaten und fünfzig missbrauchten Mädchen soll so eine Perspektive für ihr weiteres Leben vermittelt werden.

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir auch weiterhin auf Eure Unterstützung zählen könnten.

Vielen Dank im Voraus,
Wolfgang Niedecken / April 2011

Spendenkonto:
Postbank Frankfurt | BLZ 500 100 60
Konto: 66601
Betreff: Rebound Kongo | Aktionscode: 401278

04.02.2011
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